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Prognose für 2014: Italien rechnet mit schrumpfender Wirtschaft

Regierungschef Renzi (im März 2014): Minus 0,3 Prozent statt Wachstum Zur Großansicht
REUTERS

Regierungschef Renzi (im März 2014): Minus 0,3 Prozent statt Wachstum

Italien hat die Prognosen für die Konjunktur drastisch gesenkt. Für dieses Jahr rechnet die Regierung in Rom nun gar mit Schrumpfung. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaft zwar wachsen, aber weitaus schwächer als bislang erwartet.

Rom - Von Optimismus ist nun auch offiziell wenig geblieben: Die Regierung in Rom hat ihre Prognosen für die Wirtschaftsleistung in Italien deutlich gesenkt. Sie gehe nun davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt 2014 um 0,3 Prozent schrumpfen werde, sagte Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan. Im April war die Regierung noch von einem Zuwachs um 0,8 Prozent ausgegangen.

Auch für 2015 ist demnach ein weitaus schwächeres Wachstum als bislang zu erwarten. Die Wirtschaftsleistung werde dann voraussichtlich um 0,6 Prozent zulegen, nicht um 1,3 Prozent, wie noch vor einem halben Jahr prognostiziert. Grund für die eingetrübten Aussichten seien die schwachen Konjunkturdaten im ersten Halbjahr.

In den ersten sechs Monaten rutschte die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone zum dritten Mal binnen sechs Jahren in die Rezession. Regierungschef Matteo Renzi versucht, die Wirtschaft mit Reformen anzukurbeln, bislang ohne durchschlagenden Erfolg.

Auch die Industrieländerorganisation OECD kappte jüngst ihre Konjunkturprognose und erwartet für 2014 nicht mehr ein Wachstum der Wirtschaft von 0,5 Prozent, sondern einen Rückgang um 0,4 Prozent.

Als Folge der gekappten Konjunkturprognose hob Wirtschaftsminister Padoan das Defizitziel für dieses Jahr auf drei Prozent im Vergleich zur Wirtschaftsleistung an. Zuvor war die Regierung von 2,6 Prozent ausgegangen. Für 2015 kalkuliert die Regierung mit einem Defizit von 2,9 Prozent verglichen mit der bisherigen Prognose von 1,8 Prozent. Damit hält das Land allerdings die sogenannten Maastricht-Kriterien ein, die eine Obergrenze von drei Prozent Neuverschuldung im Jahr vorsehen. Mit einem strukturell ausgeglichen Haushalt rechnet Italien erst für 2017 und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant.

fdi/Reuters

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1. Schöngerechnet...
fatherted98 01.10.2014
...in dem man immer mehr Arbeitslose in quasi Kurzarbeit über Jahre aus der Statistik raushält und immer mehr Geschäfte schließen, weil die Abgaben an Mafia und Staat nicht leistbar sind...tja...wer will da noch etwas wie Wachstum erwarten.
2. schrumpfende Wirtschaft
women_1900 01.10.2014
nicht nur in Italien.
3. Wie zuverlässig sind eigentlich die Zahlen ?
kopp 01.10.2014
Insbesondere bei den Defizitangaben trau ich den Italienern nicht übe den Weg. Sie haben bei der €-Einführung geschummelt, warum sollten die jetzigen Werte nicht auch geschönt sein ?
4. Aber im nächsten Jahr bestimmt!
Andreasjilg 01.10.2014
Wie lange will sich der arme Michel von Paris und Rom noch an der Nase herumführen lassen. Das Muster ist doch stets das gleiche: Leider ist heute etwas dazwischen gekommen, aber morgen wird alles gut. Man wird doch sehr besinnlich bei diesen Methoden.
5.
muellerthomas 01.10.2014
Zitat von koppInsbesondere bei den Defizitangaben trau ich den Italienern nicht übe den Weg. Sie haben bei der €-Einführung geschummelt, warum sollten die jetzigen Werte nicht auch geschönt sein ?
Wie hat Italien denn bei der Euroeinführung geschummelt? Italien weist seit 1992 mit kurzer Ausnahme 2009/10 einen Primärüberschuss auf. DIe italienischen Schuldenprobleme sind Folge der falschen Politik 70er und 80er Jahre.
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