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Wirtschaftliche Folgen des Terrors: EZB warnt vor Schwarzmalerei

EZB-Direktoriumsmitglied Mersch: warnt vor voreiligen Schlüssen Zur Großansicht
DPA

EZB-Direktoriumsmitglied Mersch: warnt vor voreiligen Schlüssen

Die Europäische Zentralbank mahnt nach den Anschlägen von Paris zu Gelassenheit: Das Gerede über düstere wirtschaftliche Aussichten sei nicht gerechtfertigt. Die Börsen starteten mit leichten Verlusten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat vor einer zu pessimistischen Bewertung der Konjunktur wegen der Anschläge in Paris gewarnt. "Wir sollten davon abkommen, voreilige Schlüsse zu ziehen", sagte EZB-Direktor Yves Mersch.

"Wir haben keine Hinweise für einen wirtschaftlichen Pessimismus als Resultat der Pariser Anschläge." Das Gerede von düsteren Zukunftsaussichten sei nicht gerechtfertigt. "Schwarzmalerei ist gegenwärtig nicht angebracht", zitiert das Finanzportal "BoerseGo.de" Mersch in einer Meldung des Wirtschaftsnachrichtendienstes Dow Jones.

Der deutsche Aktienmarkt reagierte bislang kaum auf die jüngste Terrorserie mit 129 Toten und Hunderten Verletzten. Nach der Absage des Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden wegen einer Terrorwarnung am Dienstag in Hannover verlor der Dax am Mittwoch bis zum Mittag 0,75 Prozent und stand bei 10.889,04 Punkten.

Der MDax mittelgroßer Werte sank am Mittwoch bis zum Mittag um 0,61 Prozent auf 21.044,28 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,35 Prozent auf 1816,75 Punkte ein. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um ein knappes Prozent. Bereits am Montag waren die Börsen mit leichten Verlusten gestartet.

Insgesamt hatte der deutsche Leitindex in den vergangenen Handelstagen trotz der Anschläge keinen klaren Trend gezeigt. Das hängt auch mit der an der Börse derzeit bestehenden Erwartung einer weiteren Lockerung der Geldpolitik im Euroraum zusammen: Wegen der niedrigen Inflationsraten prüft die EZB derzeit, ihr Anleihekaufprogramm aufzustocken.

Am Anleihemarkt wiederum sind Staatsanleihen nach den Terroranschlägen auch unter Anlegern wieder stärker gefragt, denn sie gelten als sichere Papiere.

apr/Reuters/dpa-AFX

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1. Hinterm Ofen verkriechen
windpillow 18.11.2015
Wer Angst hat, geht nicht auf große Menschenansammlungen wie Weihnachtsmärkte u.a. Und wer nicht auf Weihnachtsmärkte geht, kauft keine bemalten Weihnachtskuglen und trinkt keinen Glühwein -der Umsatz schwindet.
2. Der DAX steigt
wassolls 18.11.2015
Doch was nützt das dem deutschen Sparer ? 90% der Deutschen haben keine Aktien und von denen, die welche haben ,haben viele auch nicht an der Steigerung der Aktien partizipiert (VW, RWE u.v.a). Aber alle haben Euros und diese Währung ist seit ca. 1 Jahr im freien Fall (von USD 1,50 auf jetzt USD 1.06). Da müssen die Importe und Auslandsreisen in nicht EWG Läder teuerer werden. Der doofe Michel wird von allen geschröpft. Und die Regierung Merkel trägt mit ihren Gesetzen und Gesetzesbrüchen (Griechenland, illegale Einwanderung,Steuererhöhungen, nicht endend werdender "Soli" usw.) zum Ruin der Bevölkerung dieses Landes kräftig bei. Macht nix. Die Diäten werden ja jedes Jahr erhöht. Wohl wegen der NULL Inflation.
3.
muellerthomas 18.11.2015
Zitat von wassollsDoch was nützt das dem deutschen Sparer ? 90% der Deutschen haben keine Aktien und von denen, die welche haben ,haben viele auch nicht an der Steigerung der Aktien partizipiert (VW, RWE u.v.a). Aber alle haben Euros und diese Währung ist seit ca. 1 Jahr im freien Fall (von USD 1,50 auf jetzt USD 1.06). Da müssen die Importe und Auslandsreisen in nicht EWG Läder teuerer werden. Der doofe Michel wird von allen geschröpft. Und die Regierung Merkel trägt mit ihren Gesetzen und Gesetzesbrüchen (Griechenland, illegale Einwanderung,Steuererhöhungen, nicht endend werdender "Soli" usw.) zum Ruin der Bevölkerung dieses Landes kräftig bei. Macht nix. Die Diäten werden ja jedes Jahr erhöht. Wohl wegen der NULL Inflation.
Die Abgeordneten-Diäten sind seit Euroeinführung im Schnitt um ganze 2,0% p.a. gestiegen.
4. Wahrhaftig zum Erbrechen
bettini 18.11.2015
Ich kann nur jeden dazu ermuntern, seinen Abgeordneten (insbes. CxU und SPD) mit Briefen und Mails zu überschütten, damit der EZB-Amoklauf endlich beendet wird. Wie lange sollen die Sparer denn noch diesen Abwertungswahn bezahlen?
5.
salkin 18.11.2015
Man kann den Schwachsinn mit der niedrigen Inflation als Begründung für die Anleihekäufe bald nicht mehr hören. Mit Blick auf Japan weiß mittlerweile jeder, dass das nicht funktioniert. Nur höhere Zinsen werden die Banken zur Kreditvergabe und die Firmen zu Investitionen veranlassen da nur dann unwirtschaftliche Überkapazitäten abgebaut werden. Das Aufkaufprogramm dient nur der Subventionierung der Eurostaaten die ohne die EZB erheblich höhere Zinsen zahlen müssten wie z.B. Portugal. Letztlich ist das Aufkaufprogramm ein verdeckter Eurobonds.
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Wie Notenbanken funktionieren
Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
Können sie pleitegehen?
Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.



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