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Wirtschaft nach der Krise: Eine Zukunft, vier Szenarien

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Übernimmt der Staat die Macht in der Industrie? Kann die soziale Marktwirtschaft überleben, kommt der grüne Turbokapitalismus, oder muss die Ökonomie ganz auf Wachstum verzichten? Das Zukunftsinstitut hat vier Szenarien für die Welt nach der Finanzkrise entwickelt - SPIEGEL ONLINE stellt sie vor.

Demonstrant am Jahrestag der Lehman-Pleite: Greenomics oder Sozialstaat 2.0 Zur Großansicht
dpa

Demonstrant am Jahrestag der Lehman-Pleite: Greenomics oder Sozialstaat 2.0

Hamburg - Am kommenden Freitag werden sie sich wieder treffen, die Großen der Welt: Die Staatschefs aus Europa, Asien, Amerika und Afrika kommen zum dritten Weltfinanzgipfel in Pittsburgh zusammen, um über die Zukunft des globalen Wirtschaftssystems zu beraten. Denn rund ein Jahr nach dem Crash der Finanzmärkte steht nicht mehr die Rettung einzelner Banken und die Stabilisierung der Weltmärkte im Vordergrund. Jetzt geht es darum, künftige Krisen ähnlichen Ausmaßes zu verhindern.

Die Kernfrage der Staats- und Regierungschefs wird deshalb sein: Welche Regulierungen sind in Zukunft notwendig, und wer soll diese entwickeln?

Zwar sind sich die Teilnehmer einig, dass es keine Rückkehr zu den Zuständen vor dem Zusammenbruch der US-Investment-Bank Lehman Brothers geben darf. Dass keine unkontrollierten Spekulationen und kein Handel mit hochkomplizierten Finanzkonstrukten mehr stattfinden sollen - dass aber gleichzeitig der globale Konjunkturaufschwung gesichert und verstärkt werden muss.

Genau in diesen Punkten aber sind die Mächtigen der Welt zerstritten - denn sie berühren im Kern die Frage, wie eine neue Finanzordnung und damit auch eine neue Wirtschaftsordnung aussehen soll. Und da gehen die Interessen genauso auseinander wie in den Jahren davor.

"Deutschland 2014 - wie geht's weiter?"

Nur eines ist allen Beteiligten klar: Die größte Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg hat das Wirtschaftssystem in seinen Grundfesten erschüttert und lang gepredigte Wahrheiten wie die bedingungslose Liberalisierung der Märkte diskreditiert. In einem nie für möglich gehaltenen Ausmaß haben sich in den vergangenen Monaten Regierungen in die Organisation ihrer Volkswirtschaften eingemischt - und das ausgerechnet in den Ländern, die vorher absolute Staatsferne hochgehalten haben.

Das gilt auch für Deutschland, wo innerhalb weniger Wochen ein gigantisches Konjunkturprogramm beschlossen, ein Gesetz zur Bankenverstaatlichung verabschiedet und nicht zuletzt ein milliardenschwerer Rettungsschirm für Banken in Not gespannt wurde. Die genauen Folgen des viel gegeißelten Vorgehens sind noch nicht absehbar. Klar ist aber auch hier: Aus der Rezession heraus wird ein neues Wirtschaftssystem entstehen, das im besten Fall Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit zieht und damit krisenfester und zukunftsgewandter wird.

Wie diese neue Form der Wirtschaft aussehen könnte und wie sich die Gesellschaft durch den Crash der Finanzsysteme und die tiefe Rezession verändern wird, hat Eike Wenzel vom Zukunftsinstitut untersucht. Unter dem Motto "Deutschland 2014 - Wie geht's weiter" hat er vier Szenarien für die Wirtschaftsgesellschaft der Zukunft entworfen.

SPIEGEL ONLINE stellt sie vor:

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 64 Beiträge
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1. Vier mal Märchenstunde
paul sartre 18.09.2009
Zitat von sysopÜbernimmt der Staat die Macht in der Industrie? Kann die soziale Marktwirtschaft überleben, kommt der grüne Turbokapitalismus oder muss die Ökonomie ganz auf Wachstum verzichten? Das Zukunftsinstitut hat vier Szenarien für die Welt nach der Finanzkrise entwickelt - SPIEGEL ONLINE stellt sie vor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,649675,00.html
Alle vier Szenarien sind sehr naiv. Sie gehen völlig am "Leben" vorbei. Die Krise ist noch nicht richtig vorbei und alles läuft wie gehabt. Für die meisten hat es diese Krise auch nie gegeben und vielleicht gab es sie auch gar nicht. Was uns da von dem "Zukunftsinstitut" vorgestellt wird, hat den Charakter einer Märchenstunde.
2. Big Brother Modell
christiane006, 18.09.2009
Zitat von sysopÜbernimmt der Staat die Macht in der Industrie? Kann die soziale Marktwirtschaft überleben, kommt der grüne Turbokapitalismus oder muss die Ökonomie ganz auf Wachstum verzichten? Das Zukunftsinstitut hat vier Szenarien für die Welt nach der Finanzkrise entwickelt - SPIEGEL ONLINE stellt sie vor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,649675,00.html
ich habe mir die Szenarien durchgelesen und bei dem Big-Brother-System gleich eine Schlampigkeit bei der Aufarbeitung dieses Modells gesehen. Wir spielen unterschiedlichen Ländern in die Hände? Genannt wird z.B auch Russland. Das ist doch wohl nicht ernst gemeint. Russland hat genau dieses Modell bereits umgesetzt und ein deutlich schlimmeres Demografie-Problem als wir. Die russischen Männer sterben im Durchschnitt bevor sie das 60igste Lebensjahr vollendet haben. Hier spielt auch der Vodka Konsum eine entscheidende Rolle. Russland im Erbhof anzusiedeln ist doch grober Unfug.
3. .
Wolfghar 18.09.2009
"dass der Wirtschaftsliberalismus keineswegs gescheitert ist, dass er aber "verantwortlicher" und "nachhaltiger" werden muss" Das ist die Lösung wie sie auch von unserer Buzelkanlerin proklamiert wird. Wir müssen eine gemeinsame, nachhaltige Lösung finden. Das wahrscheinlichste und realistischste Szenario lassen ma einfach weg. Hauptsache nachhaltig und verantwortlich. mfg Ihr Zukunftsinstitut
4. Eine Krise trifft immer die Falschen
Dunstmokel 18.09.2009
4 Szenarien die von Theoretikern entworfen wurden um ihren eigenen Arbeitsplatz zu rechtfertigen. Die sind genauso schlimm wie Anlageberater, machen Prognosen und … nix trifft davon ein! Es geht doch bereits wieder weiter wie gehabt (siehe akt. Print-Spiegel) und daran wird sich nichts ändern. Die Zukunft sieht so aus: Wer sich’s leisten kann fliegt mehrmals im Jahr in den Urlaub, verlagert die Wintersportorte weiter nach oben, fährt weiterhin zum Biomarkt mit 400PS.SUVs (Ökobilanz ist nicht für diese Zielgruppe gedacht!), verdient das am Tag was viele im Jahr verdienen usw. Die nächste Krise kommt bald, mit den gleichen Vorzeichen die die bekannten Herren wieder nicht sehen werden und die Krise wird wieder so gelöst wie jetzt, nur das die, die die Krise bezahlen noch weniger verdienen werden als heute. Wer ist noch so naiv und glaubt Wirtschaftsforschern, Journalisten ; Politiker oder Wirtschaftwaisen (allen schon das Wort!). „JUMP! FUCKERS!“ so sieht doch eine akt. SPIEGEL-Werbung aus! Schade, sie werden es nicht tun und die RAF ist untergetaucht, denn machen Berater und Banker sind schlimmer. Bis zur nächsten Krise, hier im SPON-Forum!
5. Der Staat wird die Führung übernehmen müssen.
tomrobert 18.09.2009
Von der Nachkriegszeit bis jetzt hatten wir es überwiegend mit einem Nachtwächterstaat zutun. Das wird sich daramatisch ändern müssen, ohne dabei unternehmerische Freiheiten zu beschneiden. Anders sind die Probleme und der Fortschritt auf dieser Welt nicht zu bewerkstelligen. Unternehmersiches Wirken wird nicht mehr den Hauptbestandteil in privaten Unternehmungen finden,die rein auf Profit ausgerichtet sind.
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