Cádiz - Die Politik der spanischen Regierung im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise ist nach Ansicht der Industrieländerorganisation OECD vorbildlich. Spanien mache seine Hausaufgaben und bezahle dafür einen hohen politischen Preis, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría in der südspanischen Küstenstadt Cádiz. Dort sollen am Freitag die Staatschefs der lateinamerikanischen Länder zu einem zweitägigen Gipfeltreffen zusammenkommen.
Spanien verdiene für die beschlossenen Sparmaßnahmen und Reformen zur Überwindung der Krise die "bedingungslose Unterstützung" seiner EU-Partner, sagte Gurría.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die EU-Staaten sollten die Sicherheit Spaniens an den internationalen Märkten festigen, sagte der Mexikaner vor Beginn des Gipfeltreffens. Bei der Konferenz soll es vor allem um die Auswirkungen der Krise in Spanien und Portugal gehen und um die Frage, wie die lateinamerikanischen Länder zu deren Lösung beitragen können.
Trotz seiner hohen Schulden hat Spanien bisher keinen Rettungsantrag in Brüssel gestellt. Nach Einschätzung der EU-Kommission wird Spanien noch mindestens zwei Jahre lang mit einem hohen Haushaltsdefizit kämpfen.
In der spanischen Bevölkerung werden die Sparmaßnahmen nicht akzeptiert: Erst am Donnerstag kam es im Zuge des europäischen Streiktags zu heftigen Auseinandersetzungen. Jeder vierte Spanier ist inzwischen arbeitslos, bei den Jugendlichen sind es sogar mehr als 50 Prozent. Spanien leidet unter den Folgen einer geplatzten Immobilienblase. Der drastische Sparkurs hat die Rezession zunächst noch verschlimmert.
sun/dpa
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