Wirtschaftskrise: Tausende Spanier und Griechen flüchten nach Deutschland

Die Wirtschaftskrise treibt immer mehr Südeuropäer nach Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt suchen vor allem Spanier und Griechen ihr Glück in der Bundesrepublik. Die Zuwanderung aus beiden Staaten steigt massiv.

Arbeitsamt in Madrid: In Spanien sind vor allem viele Jugendliche ohne Job Zur Großansicht
REUTERS

Arbeitsamt in Madrid: In Spanien sind vor allem viele Jugendliche ohne Job

Wiesbaden/Berlin - Angesichts der Krise in ihren Heimatländern wandern viele Griechen und Spanier nach Deutschland aus. Das geht aus neuen Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Demnach stieg die Zahl der griechischen Einwanderer im ersten Halbjahr 2011 um 84 Prozent oder 4100 Personen. Aus Spanien kamen 49 Prozent mehr, was 2400 Personen entspricht.

Beide Länder sind von der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise besonders stark betroffen und kämpfen mit hohen Arbeitslosenquoten. In Griechenland sind laut offizieller Statistik 18 Prozent der Menschen ohne Job, in Spanien fast 23 Prozent.

Besonders hoch sind die Quoten unter Jugendlichen. In Griechenland sind 35 Prozent der 15- bis 24-Jährigen arbeitslos, in Spanien sogar 45 Prozent. Die EU-Kommission hatte deshalb jüngst eine Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit gestartet. "Es droht die Gefahr einer 'verlorenen Generation'", hatte EU-Sozialkommissar László Andor gesagt.

19 Prozent mehr Zuwanderer

Insgesamt kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres etwa 435.000 Menschen nach Deutschland - 19 Prozent mehr Menschen als im Vergleichszeitraum 2010. Rund 62 Prozent von ihnen hatten vorher in einem anderen EU-Staat gelebt.

Außer den südeuropäischen Krisenländern war auch die Zuwanderung aus den osteuropäischen Staaten, die seit 2004 der EU beigetreten sind, besonders groß. Sie stieg um 30 Prozent. Die Statistiker sehen darin eine Folge der Freizügigkeit, in deren Rahmen am 1. Mai dieses Jahres die letzten Schranken zum deutschen Arbeitsmarkt gefallen waren.

Zugleich verließen weniger Menschen Deutschland als im ersten Halbjahr 2010. Rund 300.000 Deutsche und Ausländer kehrten der Bundesrepublik den Rücken - das waren 6000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit zogen insgesamt 135.000 Menschen mehr zu als weggingen, das entspricht einem Plus von 122 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2010.

stk/Reuters/dpa

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insgesamt 199 Beiträge
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1. Na also!
Lichtenbruch 22.12.2011
Zitat von sysopDie Wirtschaftskrise treibt immer mehr Südeuropäer nach Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt suchen vor allem Spanier und Griechen ihr Glück in der Bundesrepublik. Die Zuwanderung aus beiden Staaten steigt massiv. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805315,00.html
es geht doch! Demographischer Wandel, Facharbeitermangel, wir sterben aus...alles Unfug! Jetzt kommen die Griechen und Spanier, demnächst womöglich noch die Italiener. Dann wird der Laden hier schon laufen.
2. Hoffentlich...
Reqonquista 22.12.2011
Zitat von sysopDie Wirtschaftskrise treibt immer mehr Südeuropäer nach Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt suchen vor allem Spanier und Griechen ihr Glück in der Bundesrepublik. Die Zuwanderung aus beiden Staaten steigt massiv. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805315,00.html
... kann der deutsche Sozialstaat und der Arbeitsmarkt das überstehen. Günstige Löhne werden diese Menschen auch akzeptieren, gut für Arbeitgeber um auch die anderen Lohnempfänger unter Druck zu setzen.
3. Leichtsinnig
Maikel99 22.12.2011
Zitat von sysopDie Wirtschaftskrise treibt immer mehr Südeuropäer nach Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt suchen vor allem Spanier und Griechen ihr Glück in der Bundesrepublik. Die Zuwanderung aus beiden Staaten steigt massiv. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805315,00.html
In Griechenland oder Spanien würden sie vielleicht ärmer leben aber dafür glücklicher als hier in Deutschland gefahr zu laufen von Neonazis, BND und Verfassungsschutz umgebracht zu werden und als Döner, Gyros oder Paella-Morde zu enden.
4. Deutscher Leistungsbilanzüberschuß
kellitom 22.12.2011
Mittels Dumpinglöhnen konkurriert Deutschland die Volkswirtschaften in Südeuropa nieder. Klar, dass dort die Arbeitsplätze fehlen und die Südeuropäer zu uns kommen. Merkel muss jetzt ALLES zun, um den deutschen Binnenmarkt zu stärken, damit wir nich so stark vom Export abhängig sind, denn die Sparpolitik Merkels wird dazu führen, dass die unsere Exporte einbrechen.
5. Das kleinere Problem...
akrisios 22.12.2011
Zitat von sysopDie Wirtschaftskrise treibt immer mehr Südeuropäer nach Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt suchen vor allem Spanier und Griechen ihr Glück in der Bundesrepublik. Die Zuwanderung aus beiden Staaten steigt massiv. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805315,00.html
Es handelt sich christliche Zuwanderer. Die deutlich größeren Probleme bereiten leider die Muslime in ihrer deutlich andersartigen Mentalität und Hang zur Geschlossenheit. Bei unseren europäischen Migranten habe ich ganz empirisch deutlich weniger die Sorge um eine gelungene Integration.
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So hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit in Europa1) in der EU, saisonbereinigt2)
Ergebnisse der Arbeitskräfteerhebung (Juni 2011)
EU-27-Durchschnitt 20,5
Niederlande 7,1
Österreich 8,2
Deutschland 9,1
Dänemark 12,3
Malta 12,3
Luxemburg 13,3
Tschechische Republik 16,7
Belgien 18,3
Slowenien 18,4
Zypern 19,6
Vereinigtes Königreich3) 19,6
Finnland 19,9
Estland4) 20,4
Frankreich 22,8
Rumänien4) 22,8
Schweden 23,1
Polen 23,6
Ungarn 24,8
Portugal 26,8
Irland 26,9
Bulgarien 27,3
Italien 27,8
Lettland4) 29,7
Litauen4) 32,6
Slowakei 33,3
Griechenland4) 38,5
Spanien 45,7
Quelle: Statistisches Bundesamt/Eurostat, Stand Juli 2011

1) bezogen auf Personen in Privathaushalten im Alter von 15 bis 24 Jahren, ohne Wehrpflichtige und Zivildienstleistende
2) für Deutschland, Finnland, Österreich: Trendschätzung
3) für 2011 Berichtsmonat April
4) für 2011 Berichtsmonat März