Wirtschaftsstimmung: Unternehmer so optimistisch wie zuletzt im Mai 2007

Die Wirtschaft boomt, die Erwartungen steigen: Zum fünften Mal in Folge hat sich die Stimmung unter deutschen Unternehmern verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg leicht, auch die Aussichten für die kommenden Monate schätzen die Firmenchefs deutlich besser ein.

Bauarbeiter in Trebur: Unternehmen schätzen Lage besser ein als im Vormonat Zur Großansicht
DPA

Bauarbeiter in Trebur: Unternehmen schätzen Lage besser ein als im Vormonat

München - Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober erneut verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 107,6 Punkte von 106,8 Zählern im Vormonat, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) an diesem Freitag mit. So hoch war der Stand zuletzt im Mai 2007. Analysten hatten mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Die 7000 befragten Manager schätzten aber sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die Geschäftslage besser ein als im September. "Der Konjunkturmotor läuft stabil und rund", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Das Barometer für die Erwartungen stieg auf 105,1 von 103,9 Punkten. Das Lage-Barometer kletterte auf 110,2 von 109,8 Punkten.

In der Industrie verbesserte sich die Stimmung auch dank positiverer Exporterwartungen. Die Unternehmen wollen nun ihr Personal deutlich aufstocken, sagte Sinn. Auch in der Bauwirtschaft habe sich die Stimmung verbessert. Dagegen trübe sich das Geschäftsklima im Einzelhandel leicht ein. Die Stimmung unter den Händlern bleibe damit aber noch immer sehr gut, hieß es.

"Der Ifo hat meistens recht gehabt"

Experten zeigten sich überrascht vom erneuten Anstieg des Ifo-Indexes: "Der Anstieg kam ziemlich unerwartet", sagte Gerd Hassel von der BHF-Bank. Er selbst habe mit einer Stagnation gerechnet. Dass dieser Anstieg von den Erwartungen kommt, sei "überraschend und positiv".

"Das ist eine super Zahl", sagte auch Ralph Solveen von der Commerzbank. Sie zeige, "dass die Konjunktur weiter hochgeht. Ich würde nie gegen den Ifo wetten, der Ifo hat meistens recht gehabt."

Am Donnerstag hatte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle die Herbstprognose der Bundesregierung vorgestellt. Darin hob er besonders die positiven Auswirkungen für den Arbeitsmarkt hervor. Das voraussichtliche Wachstum von 3,4 Prozent in diesem und 1,8 Prozent im nächsten Jahr trage dazu bei, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresschnitt auf rund 2,9 Millionen sinken werde.

Unionsfraktionschef Volker Kauder sprach sich im SPIEGEL-ONLINE-Interview dafür aus, dass die Arbeitgeber nun auch die Löhne kräftig erhöhen. "Die Arbeitnehmer in Deutschland sollten vom Aufschwung profitieren. Bei den Löhnen muss sich etwas tun", sagte Kauder. "Viele Arbeitnehmer haben doch durch Lohnzurückhaltung ihren Beitrag geleistet, um ihre Unternehmen in der Krise zu stabilisieren. Das sollte nun mit einem ordentlichen Lohnplus honoriert werden."

cte/Reuters/dpa/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. wieder mal nur eine...
Olias 22.10.2010
Zitat von sysopDie Wirtschaft boomt, die Erwartungen steigen: Zum fünften Mal in Folge hat sich*die Stimmung unter*deutschen Unternehmern verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg leicht, auch die Aussichten für die kommenden Monate schätzen die Firmenchefs deutlich besser ein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,724593,00.html
... dieser unerträglichen und umfassend unglaubwürdigen Auf-und-Ab Meldungen.
2. Neues aus der Propagandaabteilung
jolip 22.10.2010
Zitat von sysopDie Wirtschaft boomt, die Erwartungen steigen: Zum fünften Mal in Folge hat sich*die Stimmung unter*deutschen Unternehmern verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg leicht, auch die Aussichten für die kommenden Monate schätzen die Firmenchefs deutlich besser ein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,724593,00.html
Vielleicht sollten all diese optimistischen Unternehmer mal einen Grundkur in Volkswirtschaftskunde belegen.
3. optimismus
robiflyer 22.10.2010
zwischen Optimismus und Realität klaffen Welten Man schaue nur in die einschlägigen Ing-Jobportale.. Nun es ist kein signifikanter Unterschied ggüb vor 3 oder 6 Monaten feststellbar Man jammert tut aber nix . Und die Gehälter sind nach wie vor lausig
4. Blahblahblah
jolip 22.10.2010
Zitat von sysopDie Wirtschaft boomt, die Erwartungen steigen: Zum fünften Mal in Folge hat sich*die Stimmung unter*deutschen Unternehmern verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg leicht, auch die Aussichten für die kommenden Monate schätzen die Firmenchefs deutlich besser ein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,724593,00.html
Wenn man den Referenzzeitraum (Mai 2007) beachtet, hätte die Übgerschrift denn dann nicht lauten müssen: "Unternehmer genauso optimistisch wie kurz vor Ausbruch der Wirtschaftskrise"?
5. Schön...
nixkapital 22.10.2010
Zitat von sysopDie Wirtschaft boomt, die Erwartungen steigen: Zum fünften Mal in Folge hat sich*die Stimmung unter*deutschen Unternehmern verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg leicht, auch die Aussichten für die kommenden Monate schätzen die Firmenchefs deutlich besser ein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,724593,00.html
Die wievielte Jubelparole ist das jetzt? Toll, toll, toll.. Und jetzt weitermachen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
RSS
alles zum Thema Konjunkturprognosen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 22 Kommentare

Der Ifo-Index
Das Ifo-Institut bittet monatlich rund 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen. Die Unternehmen können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate als "günstiger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen.

Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger".

Das Geschäftsklima errechnet sich aus dem Mittelwert der Umfrageergebnisse zur Geschäftslage und zu den Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden diese transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 bezogen.
Fotostrecke
Konzerne: Das sind die 30 Dax-Giganten