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Prognose bis 2020: Deutschland braucht jedes Jahr 400.000 neue Wohnungen

770.000 Wohnungen fehlen derzeit in Deutschland - und der Bedarf nimmt auch wegen der hohen Zuwanderung zu. Einer Studie zufolge müssten bis 2020 jedes Jahr 400.000 neue Einheiten gebaut werden.

Baustelle in Köln: 2015 entstehen voraussichtlich 270.000 neue Wohnungen Zur Großansicht
DPA

Baustelle in Köln: 2015 entstehen voraussichtlich 270.000 neue Wohnungen

Preiswerter Wohnraum ist in Deutschland knapp. Vor allem in den Großstädten sind bezahlbare Bleiben schwer zu finden. Das Nachsehen haben oft Menschen mit keinem oder niedrigem Einkommen. In den kommenden Jahren dürfte sich diese Situation angesichts steigender Zuwandererzahlen noch verschärfen. Um den Bedarf zu decken, müssten bis 2020 jedes Jahr 400.000 neue Wohnungen geschaffen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognose des auf Stadtentwicklung spezialisierten Pestel Instituts.

Von diesen neu zu bauenden Wohneinheiten müssten 80.000 preisgebundene Sozialwohnungen sein, heißt es in der Studie. In diesem Jahr würden bundesweit voraussichtlich 270.000 Wohnungen fertiggestellt, davon 120.000 Mietwohnungen.

Aktuell fehlten in den Ballungsgebieten bereits rund 770.000 Wohneinheiten. Durch die wachsende Zahl der Geflüchteten, die nach Deutschland kommen, steigt der Bedarf an Wohnungen weiter - wie stark, geht jedoch aus der Prognose nicht hervor. Bereits in der vergangenen Woche hatte Bauministerin Barbara Hendricks mitgeteilt, dass angesichts der hohen Zahl von Zuwanderern mindestens 350.000 neue Wohneinheiten pro Jahr nötig seien. Die SPD-Politikerin sprach sich für eine deutliche Erhöhung der Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau aus.

Bei ihren Berechnungen gingen die Autoren der Studie nun von einer Netto-Zuwanderung von einer Million Menschen aus - rund 300.000 EU-Arbeitsmigranten und 700.000 Asylbewerber, die bleiben. Die Autoren wiesen jedoch auch auf die kurze Gültigkeit solcher Prognosen hin: Die Berechnungen müssten immer wieder den Gegebenheiten angepasst werden.

Das Verbändebündnis Sozialer Wohnungsbau, das die Studie in Auftrag gegeben hatte, schlägt vor, den Wohnungsbau durch einen Verzicht auf die Grunderwerbsteuer und die befristete Aussetzung der Grundsteuer für geförderte Wohnungen anzukurbeln. Zudem seien attraktive steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten nötig. Das Bündnis, dem Verbände der Bau- und Immobilienbranche und der Deutsche Mieterbund angehören, sprach sich auch für ein befristetes Aussetzen erhöhter Energieeffizienzauflagen aus, um Investoren zu entlasten.

Unterdessen ist das Förderprogramm für Flüchtlingsunterkünfte der Staatsbank KfW gut angelaufen. Die Nachfrage bei Städten und Gemeinden nach den günstigen Krediten ist offenbar groß: Gut eine Woche nach dem Start sei bereits mehr als die Hälfte der Mittel abgerufen worden, sagte ein Sprecher. Insgesamt stehen 300 Millionen Euro zur Verfügung. Der Vorstand werde bereits in den nächsten Tagen über eine Aufstockung entscheiden.

brk/dpa

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