Wohnungsnot Schrebergärten sollen Neubauten weichen

In Berlin, Hamburg oder Hannover wird die Wohnungsnot größer - die Baubranche schlägt im SPIEGEL nun eine Lösung vor: Kleingärten sollen Platz für neue Häuser machen. Ein gewagter Vorschlag.

Gartenzwerg-Idylle: Mein Auto, mein Schrebergarten
DPA

Gartenzwerg-Idylle: Mein Auto, mein Schrebergarten


Droht Schrebergärten in Großstädten das Aus? Das ist zumindest der Vorschlag aus der Baubranche, um der Wohnungsnot zu entgegnen. Kleingärten sollten Platz machen für Neubauten, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, dem SPIEGEL.

Die Parzellen lägen häufig "genau in den Gebieten, in denen nicht mehr ausreichend bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist". Die Politik solle deshalb neue Wege gehen, und dazu gehört es laut Gedaschko, Kleingärten in die Überlegungen einzubeziehen: "Sie sind auch eine Art Baulandreserve."

Der Vorschlag des Baulobbyisten ist mutig: Rund eine Million Kleingartenpächter gibt es in Deutschland, sie sind organisiert in fast 15.000 Vereinen. In Städten wie Berlin, Hamburg, Hannover oder Jena protestieren Kleingärtner seit Monaten dagegen, dass ihre Parzellen planiert werden und dort Neubauquartiere entstehen sollen. In Magdeburg haben Bürger im August eigens eine Gartenpartei gegründet, sie nennen sich "die Dunkelgrünen".

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insgesamt 114 Beiträge
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querollo 24.09.2013
1. Ein gewagter Vorschlag
wäre ja mal, anständig zu recherchieren. Was hier als revolutionäre Idee hingestellt wird, ist seit Jahrzehnten stinklangweiliger Alltag. Ich erinnere mich, dass der Garten meines Großvaters dem Neubau eines Versicherungskonzerns weichen musste. Das war vor 40 Jahren. Und wer sich heute umschaut, wird feststellen, dass auffällig viele Gartenanlagen, die überlebt haben an Bahndämmen sind, also in Lagen, die für Wohnrauminvestoren nicht wirklicht attraktiv sind. Gott sei Dank, denn die Menschen brauchen Grün und sie brauchen Luft und auch wer keinen Garten hat, profitiert davon, daran vorbei zu marschieren und die Kürbisse leuchten zu sehen. Dennoch gewagte These, das mit dem gewagten Vorschlag.
InesH 24.09.2013
2.
Zitat von sysopDPAIn Berlin, Hamburg oder Hannover wird die Wohnungsnot größer - die Baubranche schlägt im SPIEGEL nun eine Lösung vor: Kleingärten sollen Platz für neue Häuser machen. Ein gewagter Vorschlag. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wohnungsnot-kleingaerten-in-grossstaedten-sollen-neubauten-weichen-a-924085.html
Ja logisch, macht die Schrebergärten platt. Wer braucht schon so ein wenig Natur, lieber pralles urbanes Leben für 2 Personen auf 150 qm, welche dann im Biomarkt einkaufen und plärren, dass es keine Natur mehr gibt. Wer sich für 4 Personen nur 75 qm leisten kann und vielleicht ein Schrebergärtchen gepachtet hat für Erholung und kleines Gemüse, ey, der kann ja in die von Hunden vollgekoteten und von Joggern (alternativ zu ersetzen durch Nordic Walker, Mountainbiker etc.) terrorisierten Ministadtparks ausweichen. Dass Schrebergärten Vögeln, Kleinsäugern und Insekten Zuflucht und Lebensraum bieten, ach Scheiß drauf. Wer braucht sowas schon. Obst, Gemüse und Honig gibt es im Supermarkt, Viecher kann man im Zoo ansehen, so man sich es leisten kann. Ansonsten gibt es ja noch Fernsehen...
elblette 24.09.2013
3. Aber sicher!
Nachdem in Hamburg noch das letzte attraktive Grundstück an Investoren verkauft wurde, um darauf hochwertige Büroflächen zu errichten, sollen die Schrebergärten dran glauben. Ja nee klar.
osjorsk 24.09.2013
4. Vorschlag der Baubranche?
Lese ich richtig? Die Baubranche kümmert sich um die "Wohnungsnot"? Die Baubranche kümmert sich einzig um ihren Profit. Günstiges Bauland für hohe Renditen. Schnell bauen und das Eisen schmieden, solange es heiß ist. Hier werden in einem Satz Interessen verknüpft, die vom Grundsatz diametral auseinander liegen. Platt gemacht ist schnell, das Interesse der Bewohner nach günstiger Naherholung, Freiflächen für Kinder...spielt doch in diesen Überlegungen überhaupt keine Rolle.
darthmax 24.09.2013
5. Kleingartenlobby
diese ist in der Tat sehr stark. Wenn vor langer Zeit am Stadtrand Kleingärten entstanden, so befinden diese sich nun ´´mittendrin´´ Man kann im Austausch ja neue Kleingartenkolonien am heutigen Stadtrand anbieten, schade aber der Platz wird benötigt für städtische bezahlbare Wohnungen und nicht für Luxusvillen oder Häuschen für städtische Mitarbeiter ( wie es bisweiler manchmal geschieht).
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