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Wolfgang Schäuble im Interview: "Ich lerne ja auch kein Chinesisch mehr"

Ein Interview von und

Internetnutzer Schäuble: Der Minister und das Netz Fotos
DPA

Wolfgang Schäuble und das Internet: Das war nicht immer die beste Beziehung. Dennoch - oder gerade deshalb - hielt der Bundesfinanzminister die Rede zum Jubiläum von SPIEGEL ONLINE. Vorher sprach er über sein Surf-Verhalten im Netz.

SPIEGEL ONLINE: Herr Schäuble, haben Sie ihre Steuererklärung schon mal online gemacht?

Schäuble: Na klar, die mache ich mit Elster. Aber das ist ja nun wirklich harmlos.

SPIEGEL ONLINE: Na immerhin! Und sonst: Sind sie viel online?

Schäuble: Nein. Auf sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook bin ich selbst gar nicht aktiv.

SPIEGEL ONLINE: Wie sehr ärgert es Sie, dass sich politische Themen durchs Internet viel schneller verbreiten als früher?

Schäuble: Dass das Internet sehr vieles verändert, begreift inzwischen jeder. Wirtschaft, Politik, Gesellschaft - alles wandelt sich unglaublich. In Berlin haben manche Leute schon kein Auto mehr, sondern eine App, mit der sie sich eines rufen. Als ich mich vor einigen Jahren als Innenminister mit Cyberkrieg beschäftigt habe, haben mich viele noch für verrückt erklärt.

SPIEGEL ONLINE: Sie wurden damals für Vorhaben wie die Onlinedurchsuchung oder Vorratsdatenspeicherung von Internetaktivisten scharf kritisiert. Verstehen Sie deren Bedenken nach dem NSA-Skandal besser?

Schäuble: Ja, klar. Ich sag den Amerikanern immer: Wir müssen ernsthaft überlegen, wie wir Menschenrechte im Lichte dieser technologischen Errungenschaften definieren wollen. Dennoch empfinde ich die Amerikaner nicht als die größte Bedrohung der Sicherheit in Deutschland.

SPIEGEL ONLINE: Gibt es auch Dinge, über die ein Finanzminister im Internet lacht? Katzenvideos vielleicht oder AfD-Parodien?

Schäuble: Da ich über die Software des Finanzministeriums ins Internet gehe, bin ich durch elektronische Filter vor vielem bewahrt. Gelegentlich machen mich meine Kinder auf etwas aufmerksam. Aber ich vermisse gar nichts.

SPIEGEL ONLINE: Das klingt ziemlich skeptisch.

Schäuble: Ich glaube schon, dass der technologische Wandel auch eine Gefahr sein kann. Etwa, wenn junge Menschen keine Bücher mehr lesen, sondern nur noch Kurznachrichten.

SPIEGEL ONLINE: Früher war also alles besser?

Schäuble: Ganz und gar nicht. An dem Tag, an dem ich früher alles besser fand, holt mich hoffentlich irgendjemand aus der Politik raus. Als Politiker geht es mir immer um die Gegenwart und die Zukunft. Natürlich nutze ich die Internettechnologie auch, zum Beispiel um Akten auf meinem Tablet zu lesen. Aber wozu soll ich mich sonst noch umstellen? Ich bin über 70, ich lerne ja auch kein Chinesisch mehr.

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1. Nach diesem Interview verstehe ich...
der_bulldozer 04.11.2014
...warum diese Bundesregierung nichts, aber auch gar nichts, für die Enticklung eines konkurrentfähignen Breitband-Internet in Deutschland tut. Willkommen im Mittelalter.
2. Lässt tief blicken....
Philibus 04.11.2014
" Wir müssen ernsthaft überlegen, wie wir Menschenrechte im Lichte dieser technologischen Errungenschaften definieren wollen." Nein, Herr Schäuble, das Internet ist kein rechtsfreier Raum! Menschenrechte müssen uneingeschränkt darauf ausgedehnt werden!
3. tolles Personal
humbahumba 04.11.2014
Und solche Gegenwarts-/Zukunftsverweigerer, die sich mental schon eingesargt haben, führen dieses Land. Armes Deutschland, im "Neuland" nicht mehr vertreten!
4. Okay.
nordfred 04.11.2014
Ich verstehe, dass der Mann nicht ständig danach sieht, ob es vielleicht einen Tweet oder einen sonstwelchen Kommentar gibt, der eine andere Meinung hat. Man kann einfach nicht so viel surfen wie es Meinungen gibt. Da stimme ich zu. Es ist Aufgabe eines Ministers das zu tun, was man für richtig hält. Gegenwind hin oder her. Dafür wird er bezahlt und das gut genug, um das zu tun, was richtig ist. Aber was ich nicht verstehe ist, warum es für ihn okay ist, wenn JEDER abgehört wird. JEDE Mail gescannt wird. JEDE Bankbewegung abgeschnüffelt wird und JEDES Handy überwacht wird. Bezahle ich Ihn etwa dafür, dass er DAS richtig findet?
5. Der lernt gar nichts mehr dazu
spon-facebook-10000098806 04.11.2014
Es sind nicht alle so dumm Herr Schäuble wie Sie. Es gibt auch Menschen die lernen noch dazu und das täglich. Das einzigste was Sie noch machen ist die deutschen Arbeiter abzocken und ständig neue Besteuerungen zu erfinden denn Sie haben sich ja schon reichlich aus dem Topf bedient und sind bis zum Abtritt aus dem Leben reichlich vom Steuerzahler versorgt. Es sollte mal überprüft werden ob das alles so legal ist was Sie machen. Verarschen können wir uns auch alleine. Sich selbst hohe Diäten genehmigen aber zu dumm und zu faul noch Chinesisch zu lernen. Anstatt sich auf fetten Bezügen auszuruhen sollten Sie auch nicht zu faul sein nochmal was dazuzulernen. Das kann auch im Alter nichts schaden.
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