Gefahr für die Weltwirtschaft WTO und EZB warnen vor Eskalation im Handelsstreit

Der sich zuspitzende Zollstreit zwischen den USA und ihren wichtigsten Handelspartnern gefährdet die globale Konjunktur. Davor warnen nun die Welthandelsorganisation und die Europäische Zentralbank eindringlich.

Container am Hafen in Zhangjiagang, China
AFP

Container am Hafen in Zhangjiagang, China


Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO) hat vor gravierenden Folgen durch eine weitere Eskalation des Handelsstreits unter führenden Industriestaaten gewarnt. "Die Situation ist äußerst ernst", schrieb Roberto Azevêdo in einem Gastbeitrag im "Handelsblatt".

Azevêdo zufolge seien "die ersten Schüsse" bereits gefallen, unabhängig davon, ob man die Situation als Handelskrieg bezeichne oder nicht. "Eine weitere Eskalation hätte erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, würde in allen Ländern Arbeitsplätze und Wachstum gefährden und die Ärmsten am schwersten treffen."

Er nannte mit Bezug auf die aktuellen Handelskonflikte keine Namen von Ländern. Seine Kritik dürfte sich aber vor allem an die Adressen der Regierungen in den USA und in China richten. Zuletzt hatte sich der Zollstreit zwischen den größten Volkswirtschaften verschärft. Beide Regierungen hatten mehrfach neue Abgaben auf Waren des jeweils anderen Landes angekündigt.

Internationale Gemeinschaft soll nicht nur zusehen

Die Kritik des WTO-Chefs an der zugespitzten Lage beschränkt sich aber nicht auf einzelne Länder. "Es liegt in der Verantwortung der gesamten internationalen Gemeinschaft, zur Lösung dieser Probleme beizutragen", schrieb Azevêdo. Und: "Schweigen könnte sich als ebenso schädlich erweisen wie das Ergreifen von Maßnahmen, die zu einem Handelskrieg führen könnten."

In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Wirtschaftsbericht warnte die Europäische Zentralbank (EZB), der durchschnittliche US-Einfuhrzoll würde auf den höchsten Stand der vergangenen 50 Jahre klettern, wenn alle angedrohten Schritte im Handelsstreit umgesetzt werden sollten. "Diese Entwicklungen stellen auf die kurze bis mittlere Frist ein ernstzunehmendes Risiko für die globalen Handels- und Konjunkturaussichten dar."

Die Wirtschaftsperspektiven für den Euro-Raum schätzen die Währungshüter aber trotz der jüngsten Verlangsamung des Wachstums positiv ein. Der private Konsum werde von Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt getragen. Zudem blieben die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen günstig.

cop/Reuters/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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cirus27 09.08.2018
1. gottseidank... wto und ezb!
da wird sich donald t ja dermaßen erschrecken, daß er alles abbläst. vielleicht tritt er sogar zurück und spielt nur noch golf?
alternativlos 09.08.2018
2. Übermächtige Kreditwirtschaft
Dieser Streit ist selbst ein Narrative und soll vom Wesentlichen eines Problems ablenken, in deren Kern nobelpreisgewürdigte Finanzinstrumente, die betrügerisches Handeln kaschieren verhilft, nicht zur Disposition gestellt werden darf, da sonst die darauf aufbauenden Schuldverhältnisse und deren Sicherungsinstrumente die Devisen ins Wanken bringen würde. Dieses System begünstigt legalisierte Finanztransaktionen mit zweifelhafter Effizienz für die weltweite gesellschaftliche Entwicklung. Wegstreiten hilft bei der Lösung des Problems auch nicht.
omanolika 09.08.2018
3. Welche internationale Gemeinschaft?
Wenn man so beschließt zu sagen, die internationale Gemeinschaft soll die Verantwortung tragen, sollte man wissen, es wird schwer, denn die gibt es doch kaum mehr... Früher hat es da mal ein Miteinander gegeben, wo wir heute nur noch "jeder für sich" erleben :(
karlsiegfried 09.08.2018
4. Die Zauberer sind da
Zitat: 'Die Wirtschaftsperspektiven für den Euro-Raum schätzen die Währungshüter aber trotz der jüngsten Verlangsamung des Wachstums positiv ein. Der private Konsum werde von Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt getragen. Zudem blieben die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen günstig.' Das ist Sand in die Augen von Unwissenden. Weiter nichts.
K:F 09.08.2018
5. USA macht sich die Welt wie sie ihr gefällt
Die USA ist eine rachsüchtige, rassistische, auf puritanischer Bigotterie beruhende Nation. Einige weiße republikasiche Spinner haben Vorstellungen wie die ersten Puritaner und späteren Sklavenhalter. Thomes Jefferson lässt grüßen. Die amerikanishce Verfassung ist "Fake". Alle Menschen frei geboren! Galt leider nur für die "Weißen". Sklaven waren ausgeschlossen. Diese Nation mit ihrem jetzigen Präse erpresst die Welt mit Sanktionen, durch Lügen, und die westlche Welt guckt blöd in die Wäsche. Merkel vorne weg. Abgetaucht ist unsere BK. Es wird nicht besser dadurch, dass Deutschland abwartet, weil wir unsere Exportindustrie schützen wollen. Merkel weiß, dass die deutsche Wirtschaft durch den Export ein Kumpenrisiko hat. Es wird Zeit, Amerika unter EU Sanktionen zu stellen. US Vermögen ist in Europa genügend vorhanden, welches beschlagnahmt werden kann. Dieser rassistische Lügner aus Amerika wird nicht aufhören seinen Willen in jeglicher Hinsicht durchzusetzen. Irgendeinen Act zaubern die Amis schon noch vor, um amerikansiches Recht, weltweit durchzusetzen. Die schlimmsten Terroristen hat die USA hervorgebracht. Der Nahe Osten wurde von den Amis destabilisiert. Den Iran versucht der Vollidiot mit Sanktionen in den Bürgerkrieg zu treiben. Europa macht nichts. Ist zu feige offen Geschäfte mit dem Iran zu vertreten.
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