Preisabsprachen Wursthersteller Wiltmann muss Millionenstrafe zahlen

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine Geldbuße von 6,5 Millionen Euro gegen den Wursthersteller Wiltmann verhängt. Dieser hatte zwölf Jahre lang mit mehr als 20 Herstellern illegal Preise abgesprochen.

Wurstwaren
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Der westfälische Wursthersteller Wiltmann muss eine Geldbuße von 6,5 Millionen Euro zahlen. Dazu hat ihn das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteil. Das Unternehmen habe zwölf Jahren lang mit etwa 20 anderen Herstellern Preiserhöhungen abgestimmt, sagte der Vorsitzende des 6. Kartellsenats, Ulrich Egger, bei der Urteilsverkündung.

Wiltmann ist im Verfahren um das sogenannte Wurstkartell einer von 22 Herstellern, gegen die das Bundeskartellamt 2014 Geldbußen in Höhe von insgesamt 338 Millionen Euro verhängt hatte. Wiltmann hatte Einspruch gegen die Buße eingelegt. Die übrigen Firmen akzeptierten die Bußgeldbescheide oder erreichten vor Gericht eine Einstellung des Verfahrens.

Firmen suchen Schlupflöcher

In der Staatskasse ist von den verhängten Geldbußen aber bisher weniger als ein Drittel der ursprünglichen Summe angekommen. Einige große Firmen hatten ein Schlupfloch gefunden, das als "Wurstlücke" bekannt wurde. Sie lösten die von den Geldbußen betroffenen Tochterfirmen kurzerhand auf und kamen als Muttergesellschaft ungeschoren davon.

Besonders spektakulär war der Fall des milliardenschweren Unternehmers Clemens Tönnies. Der Fleischwarenfabrikant hatte seine Tochterfirmen Böklunder und Könecke nach einem ähnlichen Verfahren kurzerhand aus dem Handelsregister löschen lassen - und sparte so 128 Millionen Euro.

Im Video: Abzocke in Deutschland - Kartelle auf Kosten der Kunden

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hej/dpa-AFX



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