Mehr Verträge Flüchtlinge retten Ausbildungsbilanz

Erstmals seit 2011 ist die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Das leichte Plus kam nur zustande, weil deutlich mehr junge Syrer und Afghanen eine Ausbildung begannen.

Afghanische Auszubildende eines Heizungsbauers in München (Archivbild)
picture alliance / dpa

Afghanische Auszubildende eines Heizungsbauers in München (Archivbild)


Die Zahl neuer Auszubildender ist im vergangenen Jahr um 5700 beziehungsweise 1,1 Prozent auf 515.700 gestiegen. Erstmals seit 2011 begannen damit wieder mehr Jugendliche eine Berufsausbildung.

Besonders stark fiel die Zunahme nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei jungen Männern aus Afghanistan und Syrien aus - den Ländern, aus denen derzeit auch die meisten Asylbewerber stammen. Die Zahl der Neuabschlüsse habe sich hier von 3000 im Jahr 2016 auf 10.000 im Jahr darauf mehr als verdreifacht. Frauen, die aus diesen beiden Ländern stammen, schlossen 820 neue Lehrverträge ab - 380 mehr als im Jahr zuvor.

Insgesamt betrug das Plus bei jungen Männern 3,7 Prozent, bei ausländischen Berufsanfängern 36,2 Prozent. Bei Frauen sank die Zahl neu abgeschlossener Lehrverträge hingegen um 2,9 Prozent.

Die Zahl der Ausbildungsabbrüche ging laut Statistikamt leicht zurück. Rund 146.000 Ausbildungsverträge wurden vorzeitig aufgelöst. Das waren knapp 400 weniger als im Vorjahr und rund 28 Prozent bezogen auf die Zahl der Neuabschlüsse.

Erneut war bei Berufsanfängern insgesamt die Lehre im Einzelhandel mit 28.500 Verträgen am beliebtesten. Es folgten Kaufleute für Büromanagement, Verkäufer, Kraftfahrzeugmechatroniker sowie Industriekaufleute. Trotz des Anstiegs der Lehrverträge blieben im vorigen Jahr viele Ausbildungsplätze frei. Laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) konnten gut ein Drittel der Betriebe nicht alle Lehrstellen besetzen.

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dab/dpa/Reuters

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