Statistik Zahl der Hartz-IV-Empfänger sinkt deutlich

Die Zahl der Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sank unter neun Prozent - der niedrigste Wert seit Beginn der Berechnungen. Die höchste Quote hatte Berlin, die niedrigste Bayern.

Plattenbau in Frankfurt an der Oder: Weniger Hartz-IV-Bezieher in Deutschland
DPA

Plattenbau in Frankfurt an der Oder: Weniger Hartz-IV-Bezieher in Deutschland


Berlin - Der Anteil der Menschen in Deutschland, deren Arbeitseinkommen nicht zum Leben reicht, ist weiter gesunken. Zum Jahresende erhielten laut Statistischem Bundesamt 8,9 Prozent der Bevölkerung Sozialleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts, das sind rund 7,3 Millionen Menschen. Das ist der niedrigste Wert seit der erstmaligen Berechnung im Jahr 2006.

In der Statistik sind alle Leistungen erfasst, die zur Sicherung des grundlegenden Lebensunterhalts dienen. Dazu zählen neben dem Arbeitslosengeld II (Hartz IV) die Sozialhilfe, die Grundsicherung im Alter, Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie Leistungen der Kriegsopferfürsorge.

Der Rückgang liegt vor allem an der stark sinkenden Zahl von Hartz-IV-Beziehern. Zum Jahresende 2011 waren das rund 6,1 Millionen Menschen - 16 Prozent weniger als 2006. Zwar ist das ein bundesweiter Trend, die Statistik weist aber deutliche Unterschiede auf: So ist der Rückgang der Hartz-IV-Bezieher in Mecklenburg-Vorpommern am stärksten. Während dort im Jahr 2006 noch fast 18 Prozent der Bevölkerung auf soziale Mindestsicherungsleistungen angewiesen waren, lag die Zahl 2011 bei nur noch unter 14 Prozent. Wie in den Vorjahren war die Quote zum Jahresende 2011 mit knapp 19 Prozent in Berlin am höchsten und in Bayern mit nur 4,3 Prozent am niedrigsten.

Gleichzeitig stieg den Statistikern zufolge die Zahl der Personen, die auf Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter angewiesen waren, besonders stark: Seit 2006 wuchs diese Gruppe um fast 25 Prozent auf mehr als 950.000 Menschen.

nck

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insgesamt 70 Beiträge
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mischpot 07.11.2012
1. Diese Statistiken
da sinkt etwas um 0,1 % und woanders bekommt das Kind einen anderen Namen und steigt um 25 %. Dazu kommen noch die ganzen Umschulungsmaßnahmen und anderen unter irgendwelchen Sparten geführten die nicht in der Statistik erscheinen. Was soll diese Realitätsverschleierung eigentlich bewirken?
weißbrot 07.11.2012
2. .
Zitat von mischpotda sinkt etwas um 0,1 % und woanders bekommt das Kind einen anderen Namen und steigt um 25 %. Dazu kommen noch die ganzen Umschulungsmaßnahmen und anderen unter irgendwelchen Sparten geführten die nicht in der Statistik erscheinen. Was soll diese Realitätsverschleierung eigentlich bewirken?
Bitte befassen Sie sich noch einmal mit den verwendeten Zahlen. Ihr Beitrag zeigt, dass Sie diese nicht verstanden haben. Mehr Personen in Umschulungsmaßnahmen drückt vielleicht die Arbeitslosenzahl, nicht aber die Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger. Nicht jede gute Nachricht ist eine schlechte.
dumat 07.11.2012
3. Es lebe die Vollbeschäftigung
Während sich unsere Politiker ungeniert auf die Schultern klopfen, weil sich die Arbeitslosigkeit der Vollbeschäftigung annähert, verkümmern die Hartz 4 Empfänger in ihren Ecken. Ich war schon immer ein Gegner dieser Trennung. Offiziell reden wir nur noch über rund 3 Millionen Arbeitslose und vergessen, dass die rund 6 Millionen Hartz 4 Empfänger auch gern noch einen Job hätten. 3 6 = 9! Warum reden unsere bekloppten Politiker nicht von 9 Millionen Arbeitslosen, was richtig wäre. In Relation zu den weniger als 40 Millionen Arbeitnehmern liegt unsere Arbeitslosenquote wohl über 22,5% und nicht bei unter 8%. Aber, kehren wir lieber den Schmutz unter den Teppich. Die Hartzer wollen ja doch nicht arbeiten und führen auf unsere Kosten ein Leben in Saus und Braus.
Plasmabruzzler 07.11.2012
4.
Zitat von sysopDPADie Zahl der Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist auf unter neun Prozent gesunken - der niedrigste Wert seit Beginn der Berechnungen. Die höchste Quote hatte Berlin, die niedrigste Bayern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zahl-der-hartz-iv-empfaenger-von-2006-bis-2011-deutlich-gesunken-a-865853.html
Merkel: "Der Aufschwung kommt bei den Menschen an" So oder so ähnlich versteht sich doch dieses Magazin als Jubelperser der Bundesregierung?
Hochwuerden 07.11.2012
5.
Zitat von mischpotda sinkt etwas um 0,1 % und woanders bekommt das Kind einen anderen Namen und steigt um 25 %. Dazu kommen noch die ganzen Umschulungsmaßnahmen und anderen unter irgendwelchen Sparten geführten die nicht in der Statistik erscheinen. Was soll diese Realitätsverschleierung eigentlich bewirken?
Ja, ja, die Welt ist schlecht ... Arbeitslosen/H4-Zahlen können nur korrekt sein, wenn sie schlecht sind? Bessere Zahlen sind nicht akzeptabel, da ideologisch nicht erwünscht, folglich muss man sie als manipuliert diskreditieren? Dumerweise besteht die Mehrzal der Bundesbürger nun mal nicht aus H4-Empfängern, es bringt nichts, die Gesellschaft immer nur aus der H4-Opfer-Perspektive zu interpretieren.
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