Abflauende Konjunktur Zahl der Jobangebote sinkt deutlich

Deutsche Firmen werden vorsichtiger und halten sich mit neuen Stellen zurück: Laut dem Forschungsinstitut IAB sank das Jobangebot im ersten Quartal deutlich. Vor allem die Industrie sucht weniger Mitarbeiter.

Monteur bei der Arbeit: Bei langfristigen Jobangeboten halten sich die Firmen zurück
dapd

Monteur bei der Arbeit: Bei langfristigen Jobangeboten halten sich die Firmen zurück


Berlin - Die schwächere Konjunktur und Sorgen um Europas Zukunft schlagen zunehmend bei Personalentscheidungen durch: Die Zahl der offenen Stellen sank im ersten Quartal auf 965.000. Dies seien rund 90.000 verfügbare Jobs weniger als vor Jahresfrist, teilte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) am Montag mit.

Durch die europäische Schuldenkrise würden viele Betriebe ihre Stellenbesetzungen eher kurzfristig planen, sagte IAB-Expertin Anja Kettner. Während sich bei sofort zu besetzenden Stellen wenig änderte, ging die Zahl der später zu besetzenden Posten um 17 Prozent zurück.

Die starke Erholung am Arbeitsmarkt hat zuletzt an Fahrt verloren. Im April fiel die Zahl der Arbeitslosen zwar wieder unter die Drei-Millionen-Marke. Der Rückgang fiel allerdings schwächer aus als erwartet. Bereinigt um jahreszeitliche Schwankungen gab es sogar einen Anstieg.

Vor allem die Industrie spürt die Flaute am Jobmarkt. "In den Kernbranchen Metalle, Metallerzeugnisse sowie Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeuge gab es im ersten Quartal 2012 jeweils gut ein Viertel weniger Stellenangebote als ein Jahr zuvor", teilte das IAB mit. Dagegen stieg in den Dienstleistungsbranchen die Zahl der gesuchten Arbeitskräfte teilweise sogar deutlich.

Für die kommenden zwölf Monate gaben sich die Arbeitgeber zu ihren künftigen Personalplanungen insgesamt optimistisch. Jeder fünfte der Befragten geht von einem Beschäftigungsaufbau im eigenen Betrieb aus, nur jeder zwanzigste rechnet laut IAB mit einem Arbeitsplatzabbau. "In den derzeit bei Stellenbesetzungen eher zurückhaltenden Branchen Metalle, Metallerzeugnisse sowie Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeuge waren die Erwartungen sogar besser als im Durchschnitt."

Ein Grund könnte die überraschend gute Auftragslage der Industrie sein. Die Aufträge seien im März laut vorläufigen Zahlen bereinigt um 2,2 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Zudem war der Anstieg im Februar mit 0,6 Prozent etwas stärker als zuvor ermittelt (plus 0,4 Prozent). Im Jahresvergleich fielen die Auftragseingänge um 1,3 Prozent.

yes/dpa/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
juergw. 07.05.2012
1. Wie ?Was?
Zitat von sysopdapdDeutsche Firmen werden vorsichtiger und halten sich mit neuen Stellen zurück: Laut dem Forschungsinstitut IAB sank das Jobangebot im ersten Quartal deutlich. Vor allem die Industrie sucht weniger Mitarbeiter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,831742,00.html
Vor drei Wochen wurden doch noch hunderttausende Facharbeiter Händeringend gesucht.Einstiegsgehälter ab Hartz vier Satz-befristet. Wunderbar,hat sich das Problem schon gelöst!
Plasmabruzzler 07.05.2012
2. Prima
Zitat von sysopdapdDeutsche Firmen werden vorsichtiger und halten sich mit neuen Stellen zurück: Laut dem Forschungsinstitut IAB sank das Jobangebot im ersten Quartal deutlich. Vor allem die Industrie sucht weniger Mitarbeiter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,831742,00.html
Das klingt doch prima. Minijobs, Studentenjobs, usw. brauchen nicht weiter ausgebaut zu werden. Benötigt werden Arbeitsstellen (am besten unbefristet - für eine Lebensplanung), von denen man sich und ggf. eine Familie ernähren kann. Merkwürdig ist es allerdings schon. Vor einigen Wochen wurden angeblich händegringend Fachkräfte gesucht. Interessanterweise stiegen die Gehälter in den angeblich unterbesetzten Berufen nicht an, sondern fielen sogar. Die Arbeitsbedingungen werden auch nicht besser - schlägt man die Tageszeitung auf oder durchsucht man die einschlägigen Börsen, findet man Zeitarbeit zuhauf, die sich unter schönen Begriffen wie "Arbeitnehmerüberlassung" versteckt. Oder liegt es an derzeitigen Verhandlungen für höhere Gehälter?
Gerdtrader50 07.05.2012
3. optional
Na immerhin, fast 1 Million offene Stellen bei 3 Mio ALG-I-ler und mindestens 4 Mio ALG-II-ler. Jeder fünfte koennte eine Stelle kriegen, wenn es ihm gelaenge, cirka 100 vernuenftige Angebote sofort zu sichten und die gleiche Anzahl Bewerbungen rauszusenden, ( 350 € Kosten ), dann gibts immerhin 1 Vorstellungsgespraech, vielleicht wirds ja was. Mein lieber Mann, ob die, welche berichten, auch immer wissen, von was sie reden ? Ich habe da so meine Zweifel. Vielleicht ein paar Billigfacharbeiter von irgendwoher einfliegen lassen ? Nur wo ist der Facharbeiter billiger als hier ? Die Inder vielleicht noch, die wollen aber ihre sonnige Heimat nicht gerne verlassen, um sich bei den miesgelaunten Deutschen ihr Laune verderben zu lassen.
kuddel37 07.05.2012
4. .
Zitat von sysopdapdDeutsche Firmen werden vorsichtiger und halten sich mit neuen Stellen zurück: Laut dem Forschungsinstitut IAB sank das Jobangebot im ersten Quartal deutlich. Vor allem die Industrie sucht weniger Mitarbeiter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,831742,00.html
Na ist doch gut, dann brauchen keine ausländischen Fachkräfte mehr kommen und statt dessen können die Firmen deutsche Arbeitslose aus -und weiterbilden.
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