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Gute Konjunktur: Deutsche verbessern ihre Zahlungsmoral

DHL-Mitarbeiter  trägt Pakete aus: Schlechte Zahlungsmoral im Online-Handel  Zur Großansicht
DPA

DHL-Mitarbeiter trägt Pakete aus: Schlechte Zahlungsmoral im Online-Handel

Viele Deutsche haben Arbeit und können deshalb auch ihre Rechnungen bezahlen. Die Zahlungsmoral deutscher Kunden ist so gut wie lange nicht. Der Staat ist dagegen ein schwierigerer Schuldner.

Dank Hochkonjunktur und Rekordbeschäftigung ist die Zahlungsmoral in Deutschland so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wie der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) mitteilte, melden 90 Prozent der Forderungsmanager, dass Rechnungen so gut oder gar besser als vor einem halben Jahr beglichen werden. Das sei der beste Wert seit Beginn der Umfragen vor 20 Jahren.

Doch nicht überall ist die Zahlungsmoral demnach so stark ausgeprägt: "Vor allem in Konsumbranchen gibt es aktuell vermehrt Probleme", sagte BDIU-Präsident Wolfgang Spitz. Säumige Zahler gebe es besonders im Onlinehandel. Jedes zweite Inkasso-Unternehmen berichtet, dass Kunden von Onlineshops Rechnungen nicht wie vereinbart begleichen. Vor einem Jahr monierten das nur 37 Prozent.

Vor allem jüngere Verbraucher zeigen laut BDIU ein schlechteres Zahlungsverhalten. Junge Schuldner zwischen 18 und 24 Jahren haben demnach häufig Verbindlichkeiten bei Telekommunikationsunternehmen - 90 Prozent der Firmen bestätigten dies in einer BDIU-Umfrage. Auch bei Online-Händlern (83 Prozent) und Fitnessstudios (59 Prozent) werden Rechnungen oft nicht bezahlt.

Die Forderungsmanager kritisieren auch das Zahlungsverhalten der öffentlichen Hand. Laut 83 Prozent der Umfrageteilnehmer ist deren Rechnungstreue unverändert. 14 Prozent haben allerdings eine weitere Verschlechterung beobachtet. "Die öffentliche Hand ist ein schlechter Zahler und ein großzügiger Gläubiger", so der BDIU-Chef.

ade/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Schon wieder eine positive Nachricht?
trader_07 14.01.2016
Schlechte Zeiten für die Dauerfrustrierten und Berufsjammerer hier im Forum....
2. Zahlungsmoral
Pfaffenwinkel 14.01.2016
Auch bei Unternehmen wie die Lufthansa lässt die Zahlungsmoral zu wünschen übrig. Auf meinen Schadensersatz nach dem letzten Streik warte ich nach drei Monaten noch immer.
3. Haben Sie den Artikel gelesen oder überflogen....
TheFrog 14.01.2016
Zitat von trader_07Schlechte Zeiten für die Dauerfrustrierten und Berufsjammerer hier im Forum....
Der Artikel konterkariert sich selbst. Welche Zahlungsmoral sich verbessert haben soll, kann ich beim Besten Willen nicht erkennen. Und jeder, der mit der öffentlichen Hand Geschäfte macht, muss einen langen, finanziellen Atem haben. Der Unterschied zwischen 37 % und jeder zweite beträgt schon mal 13 %.
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Die Schuldenbremse
Regeln für den Bund
Durch die Föderalismusreform II wurde eine Schuldenbremse ins Grundgesetz aufgenommen. Demnach darf der Bund ab 2016 faktisch keine Kredite mehr aufnehmen und sich nur noch bis zu einer Höhe von maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschulden. Dies sind in absoluten Zahlen rund zehn Milliarden Euro.

Bis 2016 will die Bundesregierung das Defizit in gleichmäßigen Schritten reduzieren, das entspricht Einsparungen in Höhe von acht bis zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Regelung und Hilfen für ärmere Länder
Die Schuldenbremse sieht vor, dass die Länder ab 2020 keine neuen Schulden mehr machen dürfen. Dafür sollen die finanzschwachen Länder Bremen, Saarland, Berlin, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein im Zeitraum 2011 bis 2019 beim Abbau ihrer Altschulden mit Hilfen in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro jährlich unterstützt werden. Diese insgesamt 7,2 Milliarden Euro teilen sich der Bund und die reichen Länder je zur Hälfte.
Ausnahmen
In Konjunkturkrisen und Notsituationen wie Naturkatastrophen sind unter strengen Bedingungen Ausnahmen möglich. In wirtschaftlich guten Jahren müssen Rücklagen gebildet oder Schulden getilgt werden.


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