Plan der Bundesumweltministerin Tabakindustrie soll für Zigaretten-Müll zahlen

Zigarettenstummel am Strand oder im Park sind ein Ärgernis - für die Reinigung zahlt die öffentliche Hand. Umweltministerin Schulze will künftig auch die Tabakkonzerne in die Pflicht nehmen.

Zigarettenstummel in Paris
AFP

Zigarettenstummel in Paris


Bundesumweltministerin Svenja Schulze will künftig die Tabakindustrie zur Kasse bitten - und sie an den Kosten für die Beseitigung von Zigarettenresten beteiligen.

"Wer Wegwerfartikel wie Zigaretten herstellt, wird künftig mehr Verantwortung für den Müll übernehmen müssen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "So könnte die Zigarettenindustrie zum Beispiel an den Kosten für die Reinigung von Stränden oder Parks beteiligt werden." Dafür werde sie sich innerhalb der EU einsetzen.

Das Europaparlament hatte dem Bericht zufolge zuerst eine Kostenbeteiligung der Tabakbranche als verschärfende Maßnahme zur geplanten Einweg-Plastik-Richtlinie gefordert. Schulze hofft, dass "noch in diesem Jahr ein europaweites Verbot von überflüssigem Einwegplastik auf den Weg" gebracht werde. Das allein reiche aber nicht. Man müsse "weltweit zu drastischeren Mitteln greifen als bisher", sagte sie.

Über die Richtlinie diskutieren am Dienstag die EU-Kommission, das Europaparlament und der Ministerrat. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter warf Schulze allerdings beim Thema Plastik ein "doppeltes Spiel" vor: "Während Umweltministerin Schulze in Berlin die Plastik-Trendwende verspricht, verwässert sie in Brüssel die dafür notwendigen Gesetze", sagte Hofreiter den Funke-Zeitungen.

Es brauche dringend ein klares Vermeidungsziel für Einwegplastik und verbindliche Maßnahmen, um Hersteller in die Pflicht zu nehmen. Die Bundesregierung müsse "den billigen Worten auch handfeste Taten folgen lassen", sagte Hofreiter.

vks/dpa/AFP



insgesamt 93 Beiträge
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Dominik74 18.12.2018
1. Warum nur bei Zigaretten?
Prinzipiell unterstützenswert, aber warum dann nicht bei allen Wegwerfartikeln? Oder weitergegriffen: bei allem, was Kollateralschaden verursacht? Und dann bin ich plötzlich nicht überzeugt...
dasfred 18.12.2018
2. Und lustig startet der Morgen
Als ob auch nur ein Cent vom Geld der Tabakindustrie ganz unten ankommt bei den ein Euro Jobern, die Stummel aufsammeln. Hier geht es darum, neue Abgaben zu generieren, die dann für irgendwelche Lieblingsprojekte der Umweltministerin verbraten werden können. Dafür nun die Straßenfeger vorzuschieben, bei denen die Kippen nicht mal Zwei Prozent vom Müllvolumen ausmachen, ist einfach schäbig.
Mikrohirn 18.12.2018
3. Es sind ja nicht nur
das Bisschen Plastikfolie oder die Kippe im Wald. Die gesamte Tabakwirtschaft, angefangen vom Flächenverbrauch für den Anbau (einschließlich Düngung und "Chemie"einsatz), über Herstellung und Transport der Glimmstengel bis hin zur Reparatur der Gesundheitsschäden ist nicht nur überflüssig, sondern krass umweltschädlich. Raucher sind deshalb Schädiger der gesamten Menscheit und müssen dafür ordentlich zahlen, noch sehr viel mehr als sie es über die Tabaksteuer jetzt schon tun.
bdroege 18.12.2018
4. Zusätzliche Mülleimer / höhere Strafen wirkungslos
Solange der Abstand zwischen zwei Mülleimern mehr als 1 nm beträgt werden die Raucher ihre Kippe weiterhin auf der Straße entsorgen. Hier in der Stadt liegen selbst im Umkreis von
ziehenimbein 18.12.2018
5. Wie geht es dann weiter?
Brauereien zahlen Toiletten, der Wildpinklee wegen. Was ist mit McDonalds, die Tüten kennt jeder vom Straßenrand.....
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