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Zombie-Fabriken: China entlässt angeblich fünf Millionen Arbeiter

Chinesischer Arbeiter vor Stahlrohren (Archivbild) Zur Großansicht
REUTERS

Chinesischer Arbeiter vor Stahlrohren (Archivbild)

Chinas Führung geht mit drastischen Maßnahmen gegen die Überproduktion in der Industrie vor. Nun sollen einem Bericht zufolge fünf Millionen Arbeiter in Staatsfabriken ihren Job verlieren.

Chinas Fabriken produzieren zu viel. Viele Staatsunternehmen werden nur noch künstlich mit Krediten am Leben erhalten. Nun will die Regierung gegensteuern: Fünf bis sechs Millionen Arbeiter in solchen "Zombie-Fabriken" sollen in den kommenden drei Jahren entlassen werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei regierungsnahe Quellen.

Es wäre der größte Jobabbau seit fast 20 Jahren in China. Von 1998 bis 2003 kündigten Staatsunternehmen insgesamt 28 Millionen Angestellten. Das chinesische Industrieministerium hat den Bericht bisher nicht kommentiert.

China hat laut Weltbank eine Erwerbsbevölkerung von 800 Millionen Menschen - so viele Männer und Frauen können also potenziell arbeiten. Ein Abbau in der gleichen Größenordnung in Deutschland würde rund 260.000 Stellen entsprechen.

Am Montag hatte der chinesische Arbeitsminister angekündigt, 1,8 Millionen Arbeiter in Kohle- und Stahlunternehmen zu entlassen. Er nannte allerdings keinen Zeitplan für die Kündigungen.

Schnellster Jobabbau seit 2009

Chinas Führung kündigt seit Wochen immer wieder neue Schritte gegen die Überproduktion an. Unter anderem sollen noch in diesem Jahr tausend Kohlebergwerke geschlossen werden. Auch soll weniger Stahl produziert werden.

Gleichzeitig ist die chinesische Industrie im Februar überraschend stark geschrumpft. Der offizielle Einkaufsmanagerindex sank auf einen Wert von 49,0 gegenüber 49,4 im Vormonat - stärker als erwartet. Jeder Wert unterhalb von 50 signalisiert eine Schrumpfung.

Eine weitere Umfrage unter kleinen und mittelgroßen Firmen fiel ebenfalls schlechter aus als gedacht. Die chinesischen Industrieunternehmen bauen demnach im schnellsten Tempo seit sieben Jahren Arbeitsplätze ab.

sep/Reuters

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