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Zu guter Arbeitsmarkt: Bundesagentur will 17.000 Stellen streichen

So trist kann Aufschwung sein: Weil die Arbeitslosenquote sinkt, gibt es für die Jobvermittler der Bundesagentur immer weniger zu tun. Deshalb will die Behörde nach SPIEGEL-Informationen fast jede sechste Stelle streichen. Immerhin soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Agentur für Arbeit: Keine betriebsbedingten Kündigungen Zur Großansicht
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Agentur für Arbeit: Keine betriebsbedingten Kündigungen

Hamburg - Des einen Freud, des anderen Leid: Die Wirtschaft boomt, und die Arbeitslosenquote sinkt. Entsprechend geht den Jobvermittlern zunehmend die Arbeit aus. Deshalb will die Bundesagentur für Arbeit (BA) in den kommenden vier Jahren rund 17.000 Stellen abbauen. Die Mitarbeiterzahl würde damit auf rund 100.000 sinken. Dies geht nach SPIEGEL-Informationen aus einer Vorlage für den BA-Verwaltungsrat hervor.

Viele Stellen werden angesichts der gesunkenen Arbeitslosigkeit schlicht nicht mehr benötigt. Das gilt insbesondere für den Süden der Republik, wo nahezu Vollbeschäftigung herrscht. Die Stellen bei der BA sollen ohne betriebsbedingte Kündigungen wegfallen. Dafür kann die natürliche Fluktuation genutzt werden. So sollen etwa Arbeitsplätze von Mitarbeitern, die in den Ruhestand gehen, nicht neu besetzt werden.

Außerdem dürften befristete Arbeitsverträge nicht verlängert werden. Etwa jede sechste Stelle in der BA ist befristet. Am Ende wäre die BA wieder so groß wie im Jahr 2008, bevor sie in der Wirtschaftskrise das Personal aufstockte.

Im Juni ist die Zahl der Erwerbslosen erneut gesunken. Derzeit sind knapp 2,9 Millionen Menschen ohne Job. Auch wenn sich das Tempo des Rückgangs verlangsamt hat, rechnen Experten mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Schließlich feiert Deutschland derzeit ein kleines Wirtschaftswunder. Ökonomen rechnen inzwischen mit einem Wachstum von bis zu vier Prozent in diesem Jahr. Dies wäre das stärkste Konjunkturplus seit 1991. Damals profitierte die Wirtschaft vom Boom durch die Wiedervereinigung.

Mehr dazu im aktuellen SPIEGEL auf Seite 62

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insgesamt 65 Beiträge
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1. Dagegen wird man doch was tun können!
BlakesWort 03.07.2011
Kann sich noch jemand an die Ziele von BA Chef Weise bei dessen Antritt erinnern? Den Laden straffen, überflüssige Strukturen abbauen? Nichts ist daraus geworden, stattdessen wurde immer mehr Personal eingestellt, die vor allem eines machten: die Arbeitslosen werden verwaltet, anstatt sie in Lohn und Brot zu schaffen. Ich stamme aus einer strukturschwachen Region Brandenburgs, dort beschränkt sich die Aufgabe der BA auf folgenden Punkt. Regional gebundener Mensch sucht sich einen Job und zwar ohne Hilfe der BA, da er sie dort sowieso nicht bekommt. Zukünftiger Arbeitgeber "bittet" zukünftigen Arbeitnehmer um die Vorstellung bei der BA, ob sich auf diese Weise Zuschüsse bekommen lassen. Die Folge: Die BA bewilligt diese und ist glücklich, denn sie hat jemanden in Lohn und Brot gebracht. In Wirklichkeit haben sie nicht viel mehr gemacht, als einen weiteren alimentierten Job zu schaffen. Die Statistik sagt eben sehr wenig über die Arbeitsweise aus.
2. d
Kalaharry 03.07.2011
Zitat von sysopSo trist kann Aufschwung sein: Weil die Arbeitslosenquote sinkt, gibt es für die Jobvermittler der*Bundesagentur*immer weniger zu tun. Deshalb will die Behörde nach*SPIEGEL-Informationen fast*jede sechste Stelle*streichen. Immerhin soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,772029,00.html
Warum den Laden nicht gleich ganz auflösen. Ich habe noch nie gehört, dass die jemals jemanden vermittelt hätten.
3. .
entreotto 03.07.2011
Zitat von sysopSo trist kann Aufschwung sein: Weil die Arbeitslosenquote sinkt, gibt es für die Jobvermittler der*Bundesagentur*immer weniger zu tun. Deshalb will die Behörde nach*SPIEGEL-Informationen fast*jede sechste Stelle*streichen. Immerhin soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,772029,00.html
klar,das trifft die Leute mit befristeten Verträgen, die sind völlig problemlos kündbar. Alle anderen sitzen auf Ihren Stühlen angeklebt. Aber was soll das Ganze, Mitte der 90ger , kann ich mich noch genau erinnern, gab es auch so offiziell 3 Mio Arbeitslose, jetzt wird überall posaunt, wie toll die Wirtschaft boomt, klar Anfang, Mitte der Nuller waren es mal vor Einführung von Hartz 5 Mio offiziell, normalerweise durch das Delegieren der Langzeitarbeitslosen an die ARGE muss ja zwangsläufig viel weniger Arbeit bei der Arbeitsagentur anfallen.
4. Lächerlich
Klaus.G 03.07.2011
ich bin langzeitarbeitsloser Akademiker und hatte von der Agentur in jahrelanger "Betreuung" kein einziges vernünftiges Stelenangebot erhalten. Regelmäßig erschienen, nur bla, bla aber nix Konkretes kam von denen. Der Laden ist absolut überflüssig bei der Vermittlung und sollte geschlossen werden..
5. Das ist das Minimum!
BrucyLee 03.07.2011
Wenn dann noch unsinnige Aufgaben wegfielen, die überhaupt nichts mit Arbeitslosenvermittlung zu tun haben, könnte man den Laden locker halbieren.
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Erwerbstätige in Deutschland in Millionen
Jan 10 39,737
Feb 10 39,753
Mrz 10 39,920
Apr 10 40,167
Mai 10 40,339
Juni 10 40,399
Juli 10 40,354
Aug 10 40,412
Sep 10 40,722
Okt 10 40,905
Nov 10 40,921
Dez 10 40,794
Jan 11 40,203
Quelle: Statistisches Bundesamt / ILO

Was ist Hartz IV?
Die Reform
Hartz IV ist die größte und umstrittenste Arbeitsmarktreform in der Geschichte der Bundesrepublik. Benannt ist sie nach dem damaligen Volkswagen-Personalchef Peter Hartz, der als Leiter einer Regierungskommission die Grundlagen der Reform vorgeschlagen hatte. Am 1. Januar 2005 trat das entsprechende Gesetz in Kraft.
Fördern und Fordern
Kernpunkt der vieldiskutierten Gesetze ist die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zu einer einheitlichen Grundsicherung. Davor hatten sich die bundeseigenen Arbeitsagenturen und die kommunalen Sozialämter die Betreuung von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern geteilt. Das Nebeneinander von zwei unterschiedlichen Systemen wurde abgeschafft, erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger sollten nach dem Prinzip "Fördern und Fordern" in die aktive Arbeitsvermittlung eingebunden werden.
Die Höhe der Leistung
Empfänger der früheren Arbeitslosenhilfe erhalten ebenso wie arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger die gleichen Bezüge: das sogenannte Arbeitslosengeld II. Vereinfachend wird das Arbeitslosengeld II oft auch als "Hartz IV" bezeichnet. Die Bezüge orientieren sich an der früheren Höhe der Sozialhilfe. Pro Monat beträgt die Leistung 359 Euro - Unterkunft, Heizung und sonstige Zulagen nicht eingeschlossen.
Strenge Regeln
Mit Hartz IV soll eine intensivere Betreuung bei der Suche nach einem neuen Job verbunden sein. Zugleich wurden aber auch die Zumutbarkeitskriterien verschärft. Prinzipiell gilt jede legale Arbeit als zumutbar, auch wenn sie deutlich unter Tarif bezahlt wird. Wer Jobangebote ausschlägt, muss erhebliche finanzielle Kürzungen in Kauf nehmen.

Wer bekommt Hartz IV?
Die Politik führt eine heftige Debatte über die Weiterentwicklung von Hartz IV - doch wer bezieht die Arbeitslosenhilfe eigentlich? SPIEGEL ONLINE hat demografische Merkmale zusammengetragen.
Schulbildung
Schulabschluss Anteil in Prozent
Noch Schüler 4,2
Schule beendet ohne Abschluss 8,4
Sonder-/ Förderschule 1,2
Hauptschule 47,2
Realschule 29
Fachhochschule 1,9
Abitur 7,5
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Berufsbildung
Berufsbildung Anteil in Prozent
Schüler an allgemeinbildender Schule 4,4
Kein beruflicher Abschluss 37,5
Anlernausbildung, Hilfsjob 4,3
Lehre, betriebliche Ausbildung 36,6
Berufsfachschule 6,4
Meister, Techniker 3,2
Berufsakademie 0,8
Diplom (FH), Bachelor 2,2
Diplom (Uni) oder BA 3,0
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Migrationshintergrund
Migrationshintergrund Anteil in Prozent
Kein Migrationshintergrund 60
Selbst zugezogen 29,8
Mindestens ein Elternteil zugezogen 6,1
Mindestens ein Großelternteil zugezogen 2,2
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Behinderung
Behinderung Anteil in Prozent
Amtlich festgestellt 10,3
Nicht amtlich festgestellt 86,7
Antrag gestellt 2,9
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Schwerwiegende gesundheitliche Einschränkung
Schwerwiegende gesundheitliche Einschränkung Anteil in Prozent
Ja 27,8
Nein 71,9
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Verweildauer
Viele Arbeitslose beziehen laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung über einen längeren Zeitraum Hartz IV. Im Dezember 2007 waren demnach 78 Prozent der Leistungsempfänger mindestens zwölf Monate ununterbrochen im Leistungsbezug. Bei rückläufigen Empfängerzahlen sank die Zahl der Langzeitbezieher kaum. ssu
Die Säulen des Sozialsystems
Arbeitslosenversicherung
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
Krankenversicherung
Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
Rentenversicherung
Die Beiträge werden durch ein Umlageverfahren finanziert, bei dem die Berufstätigen die Leistungen der Rentner zahlen. Anhand der eingezahlten Beiträge wird die künftige Rentenhöhe errechnet. Zurzeit liegt der Beitragssatz bei 19,6 Prozent. Im Januar 2013 sinkt der Beitrag auf 18,9 Prozent. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird derzeit stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre heraufgesetzt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist die jüngste der Sozialversicherungen in Deutschland. Sie ist eine Grundversicherung, die einen Teil der Pflegekosten abdeckt.

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