Zuwanderer aus Südeuropa: Raus aus der Krise!

Von , und Carlo Angerer

Sonne und Dolce Vita? Von wegen, die Klischees von Südeuropa sind längst überholt. Bei jungen Menschen dort herrscht blanke Zukunftsangst, sie setzen nun auf Jobs in der Bundesrepublik. SPIEGEL ONLINE berichten sie von Hoffnungen, Heimweh - und deutschen Sticheleien.

Corbis

Hamburg - Über Monate schien die europäische Schuldenkrise keine größeren Auswirkungen zu haben, aber in den vergangenen Tagen hat sie die Börsen erfasst. Für die Länder im Süden wird es angesichts der Turbulenzen noch schwieriger, ihre Wirtschaft zu sanieren. Sie ächzen unter unproduktiven Industrien und hoher Staatsverschuldung. Ganz Europa scheint von der Krise erfasst. Ganz Europa?

Nein, Deutschland scheint sich bislang zu behaupten. So richten sich die Hoffnungen vieler Südeuropäer auf das bislang eher langweilig erscheinende Land im Norden. Die Bundesrepublik gilt zwar noch immer als Streber - aber immerhin als einer, bei dem vieles funktioniert.

In südlichen Ländern sind die Zukunftsaussichten für junge Menschen düster. Viele finden nach dem Studium keine Stelle, sie schlagen sich mit Monatsverträgen oder als Aushilfen durch. Andere haben den Berufseinstieg geschafft, doch in der Krise ihre Arbeit verloren - und keine Aussicht auf einen neuen Job.

Verlockend erscheint da das Angebot aus Deutschland: Laut Bundesagentur für Arbeit werden hierzulande 200.000 Zuwanderer pro Jahr gebraucht. Und die Regierung will dafür auch Hochqualifizierte aus dem Süden Europas anwerben.

In Spanien, Portugal und Griechenland packen junge Menschen ihre Koffer. Sie sehen ihre große Chance in der Bundesrepublik. Doch einige merken, dass vieles nicht so einfach ist wie erhofft.

SPIEGEL ONLINE hat acht Neu-Einwanderer getroffen.

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Forum - Fachkräftemangel in Deutschland - die Chance für Hochqualifizierte aus Südeuropa?
insgesamt 259 Beiträge
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1.
Orthogräfin 08.08.2011
Zitat von sysopIn Deutschland fehlen Fachkräfte...
In Deutschland fehlen nur Fachkräfte, die man fürn Appel und nen Ei bekommt... Warum wohl buhlen Pflegedienste um Personal aus dem Nicht-EU-Ausland?
2. Sprache
depotmaster 08.08.2011
Ich denke da ist die Sprache für viele die größte Hürde. Immerhin braucht man Fachkraft ein höheres Level an Fach- und Umgangssprache, ( außer vielleicht als Zahnarzt ). Ich habe Zweifel, ob die Leute bereit sind hunderte von Kilometern in eine neue Kultur umzuziehen, deren Sprache sie noch erlernen müssen, bei fast gleichem Gehalt wie in ihrem Land, nur für höhere Jobchancen. Das wird wohl nur für einige wenigen Jugendlichen Spanier und Griechen in Frage kommen, die werden auch nicht die große Wende auf dem Arbeitsmarkt bringen. Denkt man nur mal daran wie wenige Polen noch nach Deutschland wollen, trotz Nachbarschaft mit höheren Lohnunterschieden...
3.
gestandeneFrau 08.08.2011
Gegenfrage: Was ist mit unseren Kindern? Die werden seit Jahrzehnten in der Schule verdummt, weil überall eingespart wird, die Wirtschaft hat in die Ausbildung auch immer weniger investiert. Und nun: Sitzen alle da, heulen ´rum und es sollen wieder mal Arbeitskräfte aus anderen Ländern aushelfen. Und bitte: Nicht wieder so, wie beim letzten Mal.
4. Super Idee!!
aloa5 08.08.2011
Zitat von sysopIn Deutschland fehlen Fachkräfte - in Griechenland, Portugal und Spanien sind Hunderttausende ohne Job. Bundesagentur für Arbeit buhlt nun gezielt um Ingenieure, IT-Spezialisten und Pflegepersonal aus den EU-Krisenländern. Die richtige Strategie?
Strategie - wofür? Angenommen folgende Verteilung liegt vor: Deutschland hätte - 100 Ingenieure in Arbeit - 1000 andere, davon 800 in Arbeit Dann wäre eine Empfehlung - 10 Ingenieure aus Spanien importieren (dort ohne Arbeit; Spanien hätte zudem rein zufällig ein Außenhandelsdefizit, wie ein Überschuß) ...genau wofür... eine Strategie? Ach sooo..... Exportsteigerung und "Rettung des Euro" indem wir nach Spanien liefern. Wie sinnvoll. Sagen Sie das doch gleich. Es sind übrigens nur noch drei Jahre zur "Vollbeschäftigung" (http://logicorum.wordpress.com/2010/07/15/hurra-schon-in-vier-jahren-vollbeschaftigung/) welche in etwa die gleichen Weisen uns weiß machen wollen. Bildung tut Not. Nicht nur bei den nicht beschäftigten sondern bei den ganz fleißigen "Denkern" mancherorts. ;) Grüße ALOA
5. her mit ihnen :)
Wolf_68 08.08.2011
Zitat von sysopIn Deutschland fehlen Fachkräfte - in Griechenland, Portugal und Spanien sind Hunderttausende ohne Job. Bundesagentur für Arbeit buhlt nun gezielt um Ingenieure, IT-Spezialisten und Pflegepersonal aus den EU-Krisenländern. Die richtige Strategie?
Wir nehmen die aus Griechenland - die zeigen uns, wie man schnell an Geld kommen kann :)
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Fachkräftemangel
Fehlende Ingenieure
Im Februar 2011 konnten 117.000 Jobs für Spezialisten der Fachgebiete Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-Fächer) nicht besetzt werden. Dabei vergrößerte sich die Lücke im Vergleich zum Vormonat um 21.000 Stellen. Das meldet das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft. Viele Experten fürchten, dass der Mangel an Technikern zum Bremsklotz für den deutschen Aufschwung werden könnte.
Arbeitslose Ingenieure
Den vielen freien Stellen stehen trotzdem zahlreiche arbeitslose Ingenieure gegenüber: So berichtete der Verein Deutscher Ingenieure 2009 von 25.000 arbeitslosen Kollegen - bei damals 34.000 offenen Stellen. Einen Teil der Arbeitslosenzahl erklärt der VDI mit den üblichen starken Schwankungen: Wenn ein Ingenieur nur ein paar Monate arbeitslos ist, taucht er bereits in dieser Zahl auf. Ein gewisser Teil der arbeitslosen Techniker sei außerdem schwer vermittelbar.

Trotzdem gibt es Zweifel: Das Forschungsinstitut der Bundesanstalt für Arbeit erkennt zwar "Engpässe in einigen Ingenieurberufen", aber keinen "flächendekcenden Mangel". Fast alle Experten sind sich dagegen einig, dass die Unternehmen das Arbeitskräfteangebot noch besser nutzen könnten, indem sie etwa mehr ältere Ingenieure einstellen. Hier lässt sich teils bereits ein Sinneswandel beobachten.
Mangel - diesmal aber wirklich
Bisher sprach unter anderem gegen einen tatsächlichen Mangel an Ingenieuren, dass die Gehälter in den vergangenen Jahren nicht überdurchschnittlich gestiegen sind. Das würden sie aber, wären die Techniker wirklich so begehrt, wie oft behauptet wird. Derweil gibt es aber tatsächlich Anzeichen einer Trendwende. Alle betroffenen Verbände rechnen mit deutlichen Gehaltszuwächsen für die Techniker.
Hausgemachter Mangel
Die Ingenieursausbildung in Deutschland gilt nicht gerade als Einladung, einen technischen Beruf zu ergreifen. 2008 beendeten beispielsweise nur 52 Prozent aller Maschinenbaustudenten in Deutschland ihr Studium erfolgreich; 34 Proeznt brachen das Studium komplett ab, der Rest wechselte das Fach. Schuld daran ist ein praxisfremdes Grundstudium und Prüfungen, bei denen Durchfallerquoten von 80 Prozent und mehr als Qualitätsausweis angesehen werden.

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