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Fachkräfteboom: Zuwanderer sind oft gebildeter als Deutsche

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DPA

Deutschunterricht: Stark steigendes Bildungsniveau

Spanische Ingenieure, indische IT-Spezialisten: Immer mehr Hochqualifizierte strömen in die Bundesrepublik. Laut einer Studie liegt ihr Bildungsniveau inzwischen über dem deutschen Durchschnitt. Das Klischee vom bäuerlichen Asylbewerber hat ausgedient.

Berlin - Auf dem deutschen Arbeitsmarkt finden gewaltige Umbrüche statt: Einwanderer verfügen inzwischen über höhere Bildung und bessere Qualifikationen als die deutsche Stammbevölkerung, heißt es in einer Studie, die der Arbeitsmarktforscher Herbert Brücker im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt hat. So haben heute 43 Prozent der Neuzuwanderer zwischen 15 und 65 Jahren einen Meister, Hochschul- oder Technikerabschluss. Im deutschen Durchschnitt gilt dies nur für 26 Prozent.

In der Öffentlichkeit gebe es noch immer die Vorstellung, Zuwanderer stammten überwiegend aus gering qualifizierten Bevölkerungsgruppen, schreibt der Wissenschaftler vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Tatsächlich hätten sich Zusammensetzung und Qualifikationen der Einwanderer in den vergangenen zehn Jahren radikal verändert.

Die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Euro-Ländern macht Deutschland für Arbeitskräfte immer attraktiver. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts zogen 2012 mehr als eine Million Menschen nach Deutschland, so viele wie zuletzt 1995. Unter den Zuwanderern befinden sich viele Hochqualifizierte. Manche Regionen, wie die CSU-regierte Kleinstadt Wunsiedel in Oberfranken, suchen mittlerweile gezielt nach gut ausgebildeten Fachkräften, die in ihrem Heimatland wegen der Rezession keinen Job finden.

Die Bertelsmann-Stiftung fordert eine strategische Neuausrichtung der Zuwanderungspolitik. "Deutschland braucht künftig mehr qualifizierte Einwanderer denn je - auch aus Nicht-EU-Staaten", sagte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Die Bundesrepublik dürfe sich nicht darauf verlassen, dass der Zuzug aus den südeuropäischen Krisenländern unvermindert anhalte.

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ssu/dpa-AFX

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1. Es stimmt so leider nicht.
kanzlerkandidat 24.05.2013
Es gibt so viele gut ausgebildete Menschen die vor viele Jahren als Asylbewerber zu uns gekommen sind, ich habe in einem ARD Sendung von einem Arzt gehört der in Berlin Taxi fährt weil Deutschland seine Qualifikation nicht anerkennt, oder IT Spezialisten die älter sind und niemand sie beschäftigen will. Es ist eine große Lüge der Bedarf an Fachkräfte, es sollte der Bedarf an billigen Fachkräfte aus Indien und sonstige Orte in Europa genannt werden weil sie jetzt zu jeder Preis arbeiten werden.
2. Ja genau...
AliAlmani 24.05.2013
.... natürlich sind Ingenieuere und It-Spezialisten über dem Bildungsdurchschnitt! Man sollte sie mal mit einheimischen gleichen Bildungsstandes vergleichen. So ein Quatsch!
3. na endlich!
Schäfer 24.05.2013
Zitat von sysopDPASpanische Ingenieure, indische IT-Spezialisten: Immer mehr Hochqualifizierte strömen in die Bundesrepublik. Laut einer Studie liegt ihr Bildungsniveau inzwischen über dem deutschen Durchschnitt. Das Klischee vom bäuerlichen Asylbewerber hat ausgedient. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zuwanderer-sind-oft-besser-ausgebildet-als-die-deutschen-a-901605.html
Das dumme Geschwätz vom Fachkräftemangel war nicht mehr zu ertragen. Vielleicht wird das deutsche PISA-Ergebnis beim nächsten mal auch besser ausfallen. Dadurch, dass hauptsächlich gut ausgebildete Deutsche emigrieren, verteilt sich die Qualifikation wieder gerecht über die Welt.
4. Gehaltsgrenze wieder hochsetzen
Wirbelwind 24.05.2013
Zitat von sysopDPASpanische Ingenieure, indische IT-Spezialisten: Immer mehr Hochqualifizierte strömen in die Bundesrepublik. Laut einer Studie liegt ihr Bildungsniveau inzwischen über dem deutschen Durchschnitt. Das Klischee vom bäuerlichen Asylbewerber hat ausgedient. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zuwanderer-sind-oft-besser-ausgebildet-als-die-deutschen-a-901605.html
Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung. Jetzt muss nur noch die Gehaltsgrenze wieder hochgesetzt werden. 33.000 EUR ist in vielen Mangelberufen reinstes Lohndumping.
5. optional
Rinax 24.05.2013
Ich habe eine russische Kollegin und die sagte, man kann sich in Russland den Doktortitel für wenig Euros kaufen.
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