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Maue Herbstbelebung: Zuwanderer verschärfen Wettbewerb auf Arbeitsmarkt

Demo in Portugal: Qualifizierte Jobsuchende strömen nach Deutschland Zur Großansicht
REUTERS

Demo in Portugal: Qualifizierte Jobsuchende strömen nach Deutschland

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich, anders als üblich, zum Herbstbeginn kaum belebt. Ein Grund ist laut Bundesagentur der wachsende Strom qualifizierter Jobsuchender aus anderen EU-Ländern. Der sei grundsätzlich zu begrüßen - doch brauche es neue Strategien für schlecht ausgebildete Bundesbürger.

Nürnberg - Die Zahl der Beschäftigten am deutschen Arbeitsmarkt ist deutlich gewachsen, die Zahl der Arbeitslosen dennoch nicht gesunken. Ein Grund dafür ist nach Beobachtungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein wachsender Wettbewerb qualifizierter Jobsuchender. Gründe gibt es aus Sicht der Behörde gleich mehrere.

  • So strömen durch die Wirtschaftskrise in Südeuropa immer mehr Zuwanderer nach Deutschland. Auch die Zahl der osteuropäischen Jobsuchenden steigt. Die Zuwanderer unterscheiden sich deutlich von früheren Migrantengenerationen: Sie sind oft jung und gut bis sehr gut qualifiziert. Allein in diesem Jahr hätten rund 270.000 Männer und Frauen aus EU-Staaten eine Arbeit gesucht, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Nürnberg.
  • Hinzu komme, dass immer mehr Frauen, die bislang nicht berufstätig waren, auf den Arbeitsmarkt strömten.
  • Außerdem bleiben ältere Arbeitnehmer immer länger im Beruf.

All das verschärfte den Wettbewerb. Insbesondere für ungelernte Arbeitslose werde es schwieriger, eine neue Stelle zu finden.

Das zeigen die aktuellen Arbeitslosenzahlen. Laut Bundesagentur waren im September 2,849 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Das sind zwar 97.000 weniger als im Ferienmonat August, im Vergleich zum Vorjahr aber sind es 61.000 mehr. Anders als in den vergangenen Jahren hat sich der Arbeitsmarkt zum Herbstbeginn kaum belebt.

Grundsätzlich sei die größere Durchlässigkeit des Arbeitsmarkts zu begrüßen, teilte eine Sprecherin auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit. Schließlich bedeuten mehr Zuwanderer, Frauen und ältere Arbeitnehmer eine größere Auswahl an qualifiziertem Personal. Man müsse nun aber neue Strategien entwickeln, damit weniger qualifizierte Bundesbürger nicht auf der Strecke bleiben. Das Ziel: Bildung, Bildung, Bildung.

ssu/dpa

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1.
kfp 01.10.2013
Zitat von sysopREUTERSDer deutsche Arbeitsmarkt hat sich, anders als üblich, zum Herbstbeginn kaum belebt. Ein Grund ist laut Bundesagentur der wachsende Strom qualifizierter Jobsuchender aus anderen EU-Ländern. Der sei grundsätzlich zu begrüßen - doch brauche es neue Strategien für schlecht ausgebildete Bundesbürger. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zuwanderer-verschaerfen-wettbewerb-auf-arbeitsmarkt-a-925531.html
Nochmal zum Mitschreiben: Es gibt zuviel qualifiziertes Personal, also müssen wir mehr davon ausbilden. Ich verstehe...
2. Da haben wir doch
Anstossgebender 01.10.2013
Zitat von sysopREUTERSDer deutsche Arbeitsmarkt hat sich, anders als üblich, zum Herbstbeginn kaum belebt. Ein Grund ist laut Bundesagentur der wachsende Strom qualifizierter Jobsuchender aus anderen EU-Ländern. Der sei grundsätzlich zu begrüßen - doch brauche es neue Strategien für schlecht ausgebildete Bundesbürger. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zuwanderer-verschaerfen-wettbewerb-auf-arbeitsmarkt-a-925531.html
die nächste Ausrede von CDU/CSU: Deutschland geht es gut. Und schuld daran, dass nicht alle Deutschen auch daran teilhaben können, sind die Zuwanderer...
3. Konkurrenz
bombus67 01.10.2013
belebt das Geschäft, in allen Einkommensklassen - vom Dipl.-Ing. bis zum Hartz 4 Empfänger.
4.
Humatheist 01.10.2013
Zitat von kfpNochmal zum Mitschreiben: Es gibt zuviel qualifiziertes Personal, also müssen wir mehr davon ausbilden. Ich verstehe...
Na, offensichtlich muss hinsichtlich Ihrer Bildung einiges unternommen werden, wenn selbst solch einfache Zusammenhänge Sie überfordern.
5.
kfp 01.10.2013
Zitat von bombus67belebt das Geschäft, in allen Einkommensklassen - vom Dipl.-Ing. bis zum Hartz 4 Empfänger.
Genau, während von wirklich benötigten Berufsgruppen wie Altenpfleger oder Kindergärtner nie jemand spricht. Also werden lieber ausländische Ingenieure für Billiggehälter importiert und der hiesige Nachwuchs fleißig in Massen an die Unis gekarrt, damit die durch eine möglichst lange Ausbildung den Arbeitsmarkt nicht zu bald noch weiter überfluten. Dann hält man sie noch ein paar weitere Jahre lang im Prekariat, damit sie freiwillig für'n Appel und Ei den Älteren das Einkommen für ihre bestens bezahlten Lebenszeitjobs erwirtschaften, bis sie schließlich abgelutscht und ausgebrannt auf H4 landen. Immerhin hat das ganze einen Vorteil: Wenn die Menschen bis Mitte 30 und älter in Ausbildung und befristeter Praktikantentätigkeit gehalten werden, produzieren die auch keinen Nachwuchs mehr, so dass man sich die Kindergärtner sparen kann...
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