Maue Herbstbelebung: Zuwanderer verschärfen Wettbewerb auf Arbeitsmarkt
Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich, anders als üblich, zum Herbstbeginn kaum belebt. Ein Grund ist laut Bundesagentur der wachsende Strom qualifizierter Jobsuchender aus anderen EU-Ländern. Der sei grundsätzlich zu begrüßen - doch brauche es neue Strategien für schlecht ausgebildete Bundesbürger.
Nürnberg - Die Zahl der Beschäftigten am deutschen Arbeitsmarkt ist deutlich gewachsen, die Zahl der Arbeitslosen dennoch nicht gesunken. Ein Grund dafür ist nach Beobachtungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein wachsender Wettbewerb qualifizierter Jobsuchender. Gründe gibt es aus Sicht der Behörde gleich mehrere.
- So strömen durch die Wirtschaftskrise in Südeuropa immer mehr Zuwanderer nach Deutschland. Auch die Zahl der osteuropäischen Jobsuchenden steigt. Die Zuwanderer unterscheiden sich deutlich von früheren Migrantengenerationen: Sie sind oft jung und gut bis sehr gut qualifiziert. Allein in diesem Jahr hätten rund 270.000 Männer und Frauen aus EU-Staaten eine Arbeit gesucht, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Nürnberg.
- Hinzu komme, dass immer mehr Frauen, die bislang nicht berufstätig waren, auf den Arbeitsmarkt strömten.
- Außerdem bleiben ältere Arbeitnehmer immer länger im Beruf.
All das verschärfte den Wettbewerb. Insbesondere für ungelernte Arbeitslose werde es schwieriger, eine neue Stelle zu finden.
Das zeigen die aktuellen Arbeitslosenzahlen. Laut Bundesagentur waren im September 2,849 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Das sind zwar 97.000 weniger als im Ferienmonat August, im Vergleich zum Vorjahr aber sind es 61.000 mehr. Anders als in den vergangenen Jahren hat sich der Arbeitsmarkt zum Herbstbeginn kaum belebt.
Grundsätzlich sei die größere Durchlässigkeit des Arbeitsmarkts zu begrüßen, teilte eine Sprecherin auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit. Schließlich bedeuten mehr Zuwanderer, Frauen und ältere Arbeitnehmer eine größere Auswahl an qualifiziertem Personal. Man müsse nun aber neue Strategien entwickeln, damit weniger qualifizierte Bundesbürger nicht auf der Strecke bleiben. Das Ziel: Bildung, Bildung, Bildung.
ssu/dpa
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