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Zuwanderung: Deutscher Arbeitsmarkt braucht mehr Ausländer

In Deutschland fehlen Arbeitskräfte. Um den Mangel an Erwerbsfähigen auszugleichen, braucht das Land laut einer neuen Studie durchschnittlich 533.000 Zuwanderer pro Jahr.

Spanier in Bad Homburg (Archivbild): Qualifizierte Zuwanderer dringend erwünscht Zur Großansicht
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Spanier in Bad Homburg (Archivbild): Qualifizierte Zuwanderer dringend erwünscht

Gütersloh - Der Arbeitsmarkt in Deutschland schrumpft. Spätestens in zehn Jahren werden in der Bundesrepublik daher mehr ausländische Arbeitskräfte benötigt als bisher. Nur wenn langfristig durchschnittlich 533.000 mehr Menschen zu- als abwandern, lasse sich die Lücke füllen, die durch das Ausscheiden der sogenannten Babyboomer aus dem Beruf entsteht. Das haben Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie der Hochschule in Coburg im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ermittelt.

Zuletzt wurde eine solche Quote nur knapp erreicht. Im Jahr 2014 kamen netto 470.000 Zuwanderer nach Deutschland, im Schnitt der letzten 60 Jahre kamen allerdings nur 200.000 mehr als weggingen.

Nötig sei deshalb ein verständliches Einwanderungsgesetz. Es müsse deutlich machen, dass qualifizierte Zuwanderer in Deutschland nicht nur erlaubt, sondern erwünscht seien, sagte ein Sprecher der Bertelsmann-Stiftung. Ein solches Gesetz müsse Einwanderern vor allem auch Perspektiven für langfristige Aufenthalte und zügigere Einwanderung bieten.

Babyboomer erreichen Rentenalter

In der am Freitag vorgestellten Studie rechnen die Arbeitsmarktforscher vor, dass die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Zuwanderung von heute rund 45 Millionen auf 29 Millionen im Jahr 2050 sinken würde - ein Rückgang um 36 Prozent. Der Hauptgrund: Die Generation der geburtenstarken Jahrgänge hat bis 2030 das Rentenalter erreicht.

Diese Lücke lässt sich nach den Prognosen der Wissenschaftler nicht allein durch die Aktivierung inländischer Reserven füllen. Selbst bei dem unwahrscheinlichen Szenario, dass genauso viele Frauen wie Männer berufstätig wären und das Rentenalter auf 70 angehoben würde, brächte das lediglich zusätzliche 4,4 Millionen Erwerbstätige bis 2050.

In ganz Europa schrumpft die Bevölkerung. Wenn sich die EU-Krisenländer wirtschaftlich erholten, sinke zudem der Anreiz, nach Deutschland zu kommen, heißt es. Das derzeitige Rekordhoch der Zuwanderung aus EU-Staaten (2013 netto rund 300.000) lasse sich nicht halten. Die Studienautoren gehen davon aus, dass im Jahr 2050 nur noch 70.000 Menschen aus anderen EU-Ländern nach Deutschland kommen.

bos/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. jaja...
DerKritischeLeser 27.03.2015
Die schöne Geschichte vom Arbeitskräftemangel. Warum gibt es dann so viele Arbeitslose in Deutschland? Das einzigste, an was es mangelt, sind BILLIGE Arbeitskräfte. Deutsche Firmen sind nur nicht bereit, Arbeitskräfte angemessen zu bezahlen, da stellen sie lieber Ausländer ein, die sich für einen Hungerlohn abplagen. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Armes Deutschland.
2.
hansmaus 27.03.2015
oh man, dieser Artikel steht aber schon im Gegensatz zu dem was ihr euch selber auf die Fahnen geschrieben habt. Es fehlt der Hinweis das die Ausländer richtigf billig sein müssen! Ein Ausländer der soviel verdienen will das er hier ordentlich leben kann wird es exakt so schwer am Arbeitsmarkt haben wie sein deutscher Kollege. Fachkräftemangel ist so ein ganz fieses Wort. Es sollte heißen es fehlt an eierlegendenWollmilchseuen ;)
3. Propaganda
k12345 27.03.2015
Ja Ja der Fachkräftemangel. Wir haben 7 Millionen Hartz IV Bezieher. Alte Menschen über 55 Jahre. Diese werden von der Wirtschaft jedenfalls als Alt betrachtet, werden nicht mehr eingestellt oder viel zu niedrig entlohnt. Die Hochqualifizierten verlassen doch Deutschland bei der oft miesen Bezahlung. Durch höhere Löhne auch vor allem der Geringverdiener gebe es diese Probleme nicht. Die Reichen brauchen nur ein wenig von Ihrem Kuchen abzugebern und viele Probleme wären gelöst. Stattdessen wird dem kleinen Mann noch mehr aufgebürdet und die Reichen wissen gar nicht mehr wo sie das Geld hintun sollen, siehe alleine die derzeitigen Aktienkurse. Super System das war da haben. Echt toll!!!
4. Gütersloh = Bertelsmann
MS2000 27.03.2015
Es fehlt nicht an Arbeitskräften. Es fehlt an billigen Arbeitskräften! Das Niedriglohnland Deutschland wird den Arbeitgebern allmählich zu teuer. Löhne lassen sich nur durch ein Überangebot an Arbeitskräften drücken. Das ist doch die eigentliche Aussage die hinter dieser Bertelsmann Studie steckt.
5. Personaler sollten lieber einstellen, als ständig jammern
frausonntag 27.03.2015
Unsere Personaler im Lande haben sich auf die Gruppe der "älteren" Studienabbrecher (Doppeljahrgänge 2013) eingeschossen. Die guten Schüler mit mittlere Reife oder einem einfachen Hauptschulabschluss werden stark selektiert. Sogar für einfache Berufsbilder werden durch diese Einstellungs- und Ausbildungspraxis dramatisch verkompliziert. Dazu kommt eine Selektion der Bewerber nahe am Genderwahnsinn. Verlierer sind die jungen Männer mit mittleren Bildungsabschluss. Der Deutsche Arbeitsmarkt braucht ein "Hallo Wach" Signal.
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