Zweckgesellschaften: IWF erwägt offenbar Beteiligung am EFSF

Dass der Hilfsfonds EFSF ausgeweitet wird, ist so gut wie beschlossene Sache. Doch über das Wie werden die EU-Spitzen auf dem Krisengipfel am Mittwoch in Brüssel wohl lange debattieren. Eine Möglichkeit: Die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds an Zweckgesellschaften des EFSF.

IWF-Chefin Lagarde (Mitte) mit Merkel und Sarkozy: Wie soll der EFSF aufgestockt werden? Zur Großansicht
dapd

IWF-Chefin Lagarde (Mitte) mit Merkel und Sarkozy: Wie soll der EFSF aufgestockt werden?

Brüssel/Paris - Dass der Internationale Währungsfonds (IWF) eine stärkere Rolle bei der Euro-Rettung spielen sollte - darauf drängten zuletzt wichtige Schwellenländer wie China und Brasilien. Jetzt erwägt der IWF offenbar eine Beteiligung an neugeschaffenen Zweckgesellschaften des Hilfsfonds EFSF.

"Der IWF hat angedeutet, dass er eine Beteiligung in Betracht zieht, hat aber noch keine Position bezogen", sagte laut Nachrichtenagentur Reuters ein Vertreter der Euro-Zone am Dienstag. Die Entscheidung sei von dem ganzen Paket abhängig. Eine Beteiligung des IWF müsse vor einer Entscheidung zunächst näher definiert werden, sagte ein zweiter Insider. "Sie haben noch nicht zugestimmt, aber sie haben es auch nicht ausgeschlossen."

Es wird erwartet, dass der Euro-Gipfel am Mittwoch die Ausweitung des EFSF beschließt. Denn wegen der schwierigen Lage Griechenlands und der drohenden "Ansteckungsgefahr" für andere Länder wie Italien und Spanien zeichnet sich ab, dass der Krisenfonds EFSF nicht ausreichen dürfte. Da die Staaten aber ihre Garantien nicht aufstocken wollen, sollen die EFSF-Mittel wirksamer eingesetzt werden. Über die verschiedenen Möglichkeiten, wie dies erreicht werden kann - unter anderem darüber beraten sich die EU-Spitzen am Mittwoch in Brüssel.

Eine mögliche Option sind neugeschaffene Zweckgesellschaften, die zusätzliches privates Kapital anlocken und damit Schuldtitel kaufen. Angedacht ist, dass der IWF einen solchen Sondertopf gründet oder sich daran beteiligt. Dieser würde aber auch anderen Großinvestoren aus dem Ausland offenstehen - beispielsweise Vermögensverwaltern oder Staatsfonds, etwa aus China oder Brasilien. Die Zweckgesellschaft (englisch: "Special Purpose Vehicle", SPV) würde in die Rettung des angeschlagenen Landes investieren.

Frankreichs Banken sollen Kapitalaufstockung ohne Staatshilfen stemmen

Auch zur geplanten konzertierten Kapitalaufstockung für die Banken in Europa sickern immer mehr Einzelheiten durch. Die Geldinstitute in Frankreich werden die dafür benötigte Summe von zehn Milliarden Euro nach Angaben von Regierungschef François Fillon dabei wohl ohne Staatshilfen stemmen können.

"Das ist weniger, als sie im ersten Halbjahr verdient haben", sagte Fillon am Dienstag in einer Fragestunde im Parlament. Dies bedeute, dass die Banken die Kapitalaufstockung - auf Französisch: "recapitalisation" - ohne Staatshilfe stemmen könnten, präzisierte Fillon laut Medienberichten, etwa in der Tageszeitung "Libération".

Die EU will die Banken dafür fit machen, dass sie auch einen größeren Schuldenschnitt bei griechischen Staatsanleihen oder sogar eine Staatspleite des Landes unbeschadet überstehen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, sollen kleinere Banken bei der 100 Milliarden Euro schweren Kapitalisierung jedoch Insidern zufolge außen vor bleiben.

bos/Reuters/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. .............
commonman 25.10.2011
goldman sachs - übernehmen sie ! i.a. fed
2. Damit sind dann die Amerikaner genau da wo sie hin wollten:
si_tacuisses 25.10.2011
Zitat von sysopDass der*Hilfsfonds EFSF ausgeweitet wird, ist so gut wie beschlossene Sache.*Doch über das Wie*werden die EU-Spitzen*auf dem Krisengipfel am Mittwoch in Brüssel wohl lange debattieren. Eine Möglichkeit: Die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds an Zweckgesellschaften des EFSF. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,794001,00.html
Der Euro wird gegenüber dem USD so geschwächt, damit dieses grün bedruckte Papier noch ein paar Jahre das Überleben der USA ermöglicht. Wir werden dann auch noch die maroden Banken der USA mit stützen dürfen. Ein grausige Perspektive.
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