Das umstrittene Zypern-Paket:
An diesem Montag sind die Institute ohnehin wegen eines Feiertags geschlossen. Nun soll die Auszeit verlängert werden, um eine Lösung im Streit um die beschlossene Zwangsabgabe für Sparer zu finden.
Die Finanzminister der Euro-Gruppe hatten am Wochenende vereinbart, Zypern und seine angeschlagenen Banken zehn Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug wurden die Bankkunden mit einer Zwangsabgabe in die Pflicht genommen.
Ursprünglich hatten die Gläubiger des Landes gemeinsam mit der griechischen Regierung beschlossen, Vermögen bis 100.000 einmalig mit 6,75 Prozent zu besteuern. Für größere Vermögen sollen 9,9 Prozent fällig werden.
Doch angesichts der öffentlichen Kritik soll die Zwangssteuer nun neu verhandelt werden. Dazu sind am Montagnachmittag der zyprische Finanzminister Michalis Sarris und die zyprischen Bankenchefs in Nikosia zusammengekommen. Laut der Nachrichtenagentur dpa sondieren sie, ob es möglich wäre, Guthaben unter 20.000 Euro von der Sonderabgabe völlig zu befreien.
Das dadurch fehlende Geld soll durch höhere Prozentsätze für Geldeinlagen über 20.000 Euro eingesammelt werden. "Wir untersuchen alle Möglichkeiten, um die Schwächeren zu entlasten", hieß es.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält sich bedeckt zu möglichen Änderungen am Rettungspaket für Zypern. "Warten wir ab, was Zypern entscheidet", sagte Schäuble am Montag in Berlin. Es sei Sache Zyperns, die Details der einmaligen Abgabe auf Spareinlagen festzulegen. Wichtig ist den Euro-Partnern nur, dass am Ende die erforderlichen 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen.
Die Finanzminister der Euro-Gruppe sind für Montagabend um 19.30 Uhr zu einer Telefon-Konferenz verabredet. Dabei könnten Sie über Änderungen an der Zwangsabgabe beraten.
stk/dpa-AFX/Reuters/AFP
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