Nikosia - Zyperns Finanzminister hofft auf eine Streckung der Frist, innerhalb der die Inselrepublik einen 2,5 Milliarden Euro schweren Kredit an Russland zurückzahlen muss. "Es gibt Verständnis für unseren Antrag, und wir hoffen, dass die Russische Föderation ihn befriedigt", sagte Vassos Shiarly im staatlichen Rundfunk (RIK). Es geht um eine Streckung um fünf Jahre. Statt bis 2016 will Nikosia den Kredit bis 2021 zurückzahlen.
Shiarly bestätigte am Montag, dass die Fondsgesellschaft und Allianz-Tochter Pimco ihre Einschätzung für die Höhe des Betrags zur Rekapitalisierung der zyprischen Banken abgeschlossen und vorgelegt habe. Wie hoch dieser Betrag ist, sei aber noch unklar. Die endgültigen Erkenntnisse sollen erst im März bei einer Sitzung der Eurogruppe vorliegen.
Zyprische Medien wollen erfahren haben, dass die Banken-Rekapitalisierung nach dem schlechtesten Szenario von Pimco 10,1 Milliarden Euro kosten werde. Shiarly sagte, die eigenen Schätzungen Nikosias würden geringer als von Pimco errechnet ausfallen.
Bundesregierung pocht auf Gesamtpaket für Zypernhilfe
Die Bundesregierung pocht auf ein Gesamtkonzept zur Sanierung der zyprischen Finanzen. "Wir müssen ein Paket haben", sagte ein Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Neben Finanzhilfen müsste es klare Aussagen zu einem entschiedenen Vorgehen des Landes gegen Geldwäsche und zu einer Verkleinerung des Bankensektors geben. Eine Diskussion darüber sei aber erst nach der Wahl in Zypern am 17. Februar aussichtsreich.
Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte der "Bild"-Zeitung gesagt, vor einer Hilfsaktion müsse geklärt werden, ob die Banken Zyperns für den Euro-Raum überhaupt systemrelevant seien und damit den gesamten Euro-Raum gefährden könnten. In jedem Fall müsse die EU Zyperns Banken streng kontrollieren und reglementieren. Zugleich zeigte er sich offen für Gespräche über die Bedingungen der SPD für eine Zustimmung zu dem Hilfspaket. "Darüber können wir reden, wenn es soweit ist", sagte Kauder.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte am Wochenende mit einem Nein seiner Partei zur Zypern-Hilfe gedroht. Eine Zustimmung werde es nur geben, wenn Zypern seinen aufgeblähten Bankensektor konsolidiere, etwa durch Abwicklung einzelner Geldinstitute. Zudem müsse das Land Maßnahmen gegen Geldwäsche ergreifen, das Steuerdumping beenden und eine Finanztransaktionsteuer einführen.
ssu/dpa
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