Nach fast zwei Jahren Zypern hebt Kapitalkontrollen auf

Wer aus Zypern ausreist, darf künftig wieder bis zu 10.000 Euro mitnehmen. Nach knapp zwei Jahren hebt das Land Kapitalkontrollen wieder auf, die während der schweren Krise eingeführt wurden.

Bankfiliale in Nikosia Anfang 2013: Die Lage hat sich beruhigt
AP/dpa

Bankfiliale in Nikosia Anfang 2013: Die Lage hat sich beruhigt


Nikosia - Eigentlich sollten sie nur ein paar Wochen bestehen bleiben, nun sind daraus fast zwei Jahre geworden: Anfang 2013 musste Zypern massive Kapitalverkehrskontrollen einführen, um das Geld im Lande zu halten. Nun wurden große Teile dieser Kontrollen wieder aufgehoben.

  • Unternehmen müssen künftig für Kapitaltransfers ins Ausland von mehr als zwei Millionen Euro keine vorherige Genehmigung der Behörden mehr einholen, wie das Finanzministerium des Eurolandes am Freitag mitteilte.
  • Privatpersonen können pro Monat 20.000 Euro ins Ausland überweisen - doppelt so viel wie bisher.
  • Auf Reisen ins Ausland dürfen Privatpersonen künftig wieder bis zu 10.000 Euro in bar mitnehmen - zuvor waren es 6000 Euro.

Zypern war 2013 mit rund zehn Milliarden Euro vor der Staatspleite gerettet worden. Davon steuert der Euro-Rettungsschirm ESM 90 Prozent bei, den Rest der Internationale Währungsfonds (IWF). Vor allem der angeschlagene Bankensektor Zyperns hatte für Probleme gesorgt. Das Land hatte deshalb aus Furcht vor einer Kapitalflucht die Kontrollen verhängt.

Die Kontrollen waren bereits im vergangenen Jahr stufenweise gelockert worden. Die Lage im Kapitalmarkt habe sich weiter verbessert, teilte das Finanzministerium nun mit.

Während der Zypern-Krise vor zwei Jahren mussten auch Anleger und Investoren zur Rettung beitragen. Die Kunden des größten Geldinstituts, der Bank of Cyprus (BOC) wurden mit 47,5 Prozent ihrer Guthaben von mehr als 100.000 Euro zur Sanierung herangezogen. Die zweitgrößte Bank des Landes, die Laiki Bank, wurde zerschlagen.

stk/Reuters/dpa



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steuerzahler24 10.01.2015
1. Oligarchenrettung
Da hatte der ehrliche steuerzahlende deutsche Handwerker erfolgreich das Schwarzgeld der russischen Oligarchen gerettet. Super Merkel!
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