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15. Februar 2013, 18:37 Uhr

Finanzkrise in Zypern

Banken brauchen weniger Geld als erwartet

Lichtblick in Zyperns Finanzkrise: Laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" ist der Kapitalbedarf der zyprischen Banken mindestens 1,5 Milliarden Euro geringer als gedacht. Die Verständigung auf ein Hilfspaket wird dadurch aber nicht einfacher.

Frankfurt am Main - Der Kapitalbedarf der maroden zyprischen Banken ist laut einem Zeitungsbericht geringer als bisher angenommen. Laut einem Gutachten der Investmentgesellschaft Pimco im Auftrag der Troika aus Internationalem Währungsfonds, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank brauchen die Institute - je nach zu Grunde gelegtem Risikoszenario - zwischen 5,9 und 8,8 Milliarden Euro. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Bisher sei die Troika in ihren Verhandlungen über ein internationales Hilfsprogramm von einem Kapitalbedarf der Banken von bis zu 10 Milliarden Euro ausgegangen, heißt es in dem Bericht. Zur Finanzierung des zyprischen Staats seien weiterhin 7,5 Milliarden Euro erforderlich. Das absehbare Volumen des Gesamtpakets dürfte von 17,5 auf gut 16 Milliarden Euro sinken.

Dennoch sei eine schnelle Einigung auf ein Hilfspaket durch die neuen Zahlen nicht wahrscheinlicher geworden, schreibt die Zeitung. Die zyprische Regierung sperre sich gegen den Beschluss der Eurogruppe, dass eine internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor Ort überprüft, ob die in Zypern verabschiedeten Anti-Geldwäsche-Gesetze wirksam angewendet und durchgesetzt werden.

Finanzminister Vassos Shiarly verweise auf ein Gutachten des zyprischen Generalstaatsanwalts, wonach eine solche Überprüfung gegen die Verfassung Zyperns und die europäische Menschenrechtskonvention verstoße.

ssu/dpa-AFX

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