Brüssel/Berlin - Zyperns Geldinstitute sind arg in Bedrängnis, die Rating-Agentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit des Landes auch wegen der Probleme im Bankensektor am vergangenen Freitag um gleich drei Stufen herunter. Während die Banken auf die Entscheidung über ein Hilfspaket aus Brüssel warten, nehmen sie dem "Handelsblatt" zufolge enorme Kredite bei der Notenbank des Landes auf.
Demnach hilft die zyprische Zentralbank den Geldinstituten mit Notkrediten in Milliardenhöhe. Die Summe dieser sogenannten Emergency Liquidity Assistance (Ela) liege bei 9,4 Milliarden Euro. Diese für das kleine Land hohe Summe geht der Zeitung zufolge aus einer Statistik von Zyperns Zentralbank hervor. Zwar vergibt die Notenbank die Notkredite, ist dabei allerdings auf die Duldung der Europäischen Zentralbank (EZB) angewiesen, die bei der Ela-Vergabe ein Vetorecht hat.
Von SPD und Grünen kommt deshalb Kritik an dem massiven Ela-Einsatz, mit dem die zyprischen Banken über Wasser gehalten werden. "Die EZB springt mal wieder auf intransparente Weise ein", sagte Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick dem "Handelsblatt". Und die SPD macht dafür Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) verantwortlich. Beide hätten sich seit dem Hilfsantrag von Zypern vor einem halben Jahr nicht um die Probleme gekümmert.
"Infolge ihrer Untätigkeit muss nun wieder die EZB über die Ela in Zypern einspringen", sagte SPD-Chefhaushälter Carsten Schneider der Zeitung. "Damit werden aber die Risiken der Bankenfinanzierung auf die Steuerzahler in Europa umverteilt." Formal trägt zwar nur Zyperns Zentralbank das Ausfallrisiko für die Ela-Mittel, die sie gewährt. Doch bei einer Staatspleite könnten die Verluste letztlich doch bei den anderen Euro-Notenbanken landen, fürchten Kritiker.
nck
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