Späte Reue Ex-Werbestar Krug entschuldigt sich bei T-Aktionären

Schauspieler Manfred Krug bereut eigentlich nur eins in seinem beruflichen Leben: Sein Engagement als Werbestar für die T-Aktie. Für den schlechten Tipp entschuldigt er sich jetzt in einem Interview - und bekennt: Er gehört selbst zu den unglücklichen T-Aktionären.


Hamburg - "Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind", erklärt Krug in einem Interview mit dem "Stern". Seine Werbespots für die T-Aktie Chart zeigen seien sein größter beruflicher Fehler gewesen. Seit seinem Start an der Börse 1996 hat das einst als Volks-Aktie vermarktete Papier eine ziemlich unrühmliche Geschichte geschrieben und Tausenden von Anlegern herbe Verluste beschert. Nach einer erneuten Gewinnwarnung der Telekom war die Aktie erst vor einigen Tag erneut um sechs Prozent eingebrochen.

Schauspieler Manfred Krug: Sein aktuelles Leben besteht aus lecker essen, rumschlaubergern, schlafen und Freunde treffen
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Schauspieler Manfred Krug: Sein aktuelles Leben besteht aus lecker essen, rumschlaubergern, schlafen und Freunde treffen

Doch immerhin - auch Krug selbst hat durch die T-Aktie Geld verloren. Er nimmt das Trauerspiel jedoch mit Humor: Er habe seine Aktie immer noch, bekannte er in dem Magazin. "Ich betrachte es als eine Art Selbstbestrafung. Es sind bis heute die einzigen Aktien, die ich selbst gekauft habe."

Ansonsten gibt sich der Schauspieler in dem Interview als rundum zufriedener Ruheständler. Seit er vor sechs Jahren seine Schauspiel-Karriere beendet hat, habe es ihn "nicht ein einziges Mal gejuckt", noch einmal eine Rolle anzunehmen. "Ich hatte als Schauspieler eine bewegte und schöne Zeit, ich wollte nicht mit ansehen, wie ich meines geliebten Berufs überdrüssig und müde werde, wie ich die Texte nicht mehr schaffe, wie ich das Filmteam durch Stottern und Hängen vom Feierabend abhalte." Krug, der am 8. Februar 70 Jahre alt wird, verbringt seine Zeit heute mit "lecker essen, ohne Wecker schlafen, Freunde treffen, Damen treffen, rumschlaubergern, die Enkel treffen, mit Ärzten gutstellen, hier und da öffentlich was vorlesen oder singen."

Die Lust auf TV-Krimis ist Krug, von 1984 bis 2001 Kommissar Stoever im Hamburger "Tatort", ohnehin inzwischen vergangen: "Ich beneide keinen Tatort-Kommissar, weil ich weiß, dass die meisten von ihnen leiden. Unter dem Mangel an plausiblen Drehbüchern. Mangelnde Logik fällt nirgends so unangenehm auf wie im Krimi."

ase



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