Sparkurs BMW kürzt Weihnachtsgeld und verkauft Autohäuser

BMW-Chef Reithofer greift durch: Damit der Gewinn nicht weiter sinkt, will er Niederlassungen verkaufen, das Weihnachtsgeld kürzen und Budgets für neue Modelle strecken. Für das kommende Jahr schließen Topmanager des Unternehmens einen Verlust nicht mehr aus.


Hamburg - Der Automobilkonzern BMW wird seinen Sparkurs weiter verschärfen. Nach Informationen des "manager magazin" will Konzernchef Norbert Reithofer unter anderem Immobilien der deutschen BMW-Niederlassungen verkaufen und anschließend zurückmieten. Auf diese Weise soll Geld frei werden für neue Vorzeigefilialen in globalen Metropolen. Ein BMW-Sprecher sagte SPIEGEL ONLINE, dass bereits im vergangenen Jahr Niederlassungen verkauft und zurückgemietet wurden.

BMW-Mitarbeiterinnen (in Leipzig): Weniger Leistungen von der Firma
DDP

BMW-Mitarbeiterinnen (in Leipzig): Weniger Leistungen von der Firma

Reithofer will verhindern, dass der Gewinn 2008 noch weiter sinkt als bereits angekündigt. Der Konzern erwartet, dass die Rendite auf etwa vier Prozent fällt. Das entspräche fast einer Halbierung.

Für 2009 schließen BMW-Top-Manager sogar einen Verlust nicht aus, falls der Dollar wieder auf Kurse zwischen 1,55 und 1,60 Dollar je Euro sinkt. Der BMW-Sprecher betonte aber, dies sei nicht offizielle Aussage des Konzerns.

Angesichts dieser Entwicklung will Reithofer außerdem das Weihnachtsgeld und die Erfolgsbeteiligung kürzen. Für 2007 hatten die BMW-Mitarbeiter im Durchschnitt 5600 Euro kassiert. Der BMW-Sprecher sagte SPIEGEL ONLINE, das Unternehmen plane, mit den Arbeitnehmervertretern über freiwillige übertarifliche Leistungen zu sprechen.

Um die Budgets zu strecken, sollen sogar die Anlaufpläne für Zukunftsmodelle neu geordnet werden. So soll die Kombiversion des neuen 5er-BMW nicht wie vorgesehen 2009 auf den Markt kommen, sondern erst 2010. Den geplanten großen Geländewagen X7 hatte der Vorstand zuvor bereits komplett gekippt.

Bereits im Februar hatte BMW Chart zeigen angekündigt, weltweit rund 8100 Stellen streichen zu wollen. Rund 5000 davon seien Zeitarbeitsstellen, hieß es.

kaz



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