Sparprogramm: SAP streicht mehr als 3000 Jobs

Kahlschlag bei Europas größtem Software-Hersteller: Bei der Präsentation der vorläufigen Jahresbilanz hat SAP den Abbau von gut 3300 Jobs angekündigt. Durch die Stellenstreichung will sich der Konzern gegen schwierige Marktbedingungen wappnen.

Walldorf - SAP weitet angesichts der Konjunkturkrise sein Sparprogramm aus: Europas größter Software-Hersteller teilte am Mittwoch mit, weltweit solle die Stellenzahl bis Jahresende auf 48.500 von zuletzt 51.800 sinken. Das sind knapp sechs Prozent der Belegschaft.

SAP-Zentrale: Keine konkrete Prognose für 2009
DPA

SAP-Zentrale: Keine konkrete Prognose für 2009

Damit will SAP von 2010 an jährlich 300 bis 350 Millionen Euro einsparen. Die Marktbedingungen blieben schwierig, teilte das Unternehmen mit. Der scheidende SAP-Chef Henning Kagermann sagte auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main: "Wir haben eine globale Rezession."

Nach Firmenangaben ist es der erste Stellenabbau seit dem Börsengang 1988. Co-Vorstandschef Leo Apotheker stellte im Fernsehsender n-tv klar, dass keine betriebsbedingten Kündigungen geplant seien. "Es geht nicht darum, Mitarbeiter entlassen zu wollen." Im Mai wird Apotheker nach dem Ausscheiden von Kagermann alleiniger Chef von Europas größten Software-Unternehmen. Konkrete Angaben zu den Auswirkungen des Stellenabbaus auf Deutschland machte das Unternehmen bislang nicht.

Im vergangenen Jahr konnte der SAP seinen Umsatz vergrößern. Im Gesamtjahr stieg der Wert von 10,24 auf 11,73 Milliarden Euro. Damit lagen die Walldorfer leicht über den Erwartungen. Der operative Gewinn erhöhte sich von 2,8 auf 3,3 Milliarden Euro. Unterm Strich lag der Gewinn bei 2,23 Milliarden Euro nach 1,96 Milliarden Euro vor einem Jahr.

SAP-Aktien legten nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich zu. Händler sprachen von "guten Zahlen, aber einem vorsichtigen Ausblick". Tatsächlich wagt SAP für dieses Jahr keine konkrete Prognose, stellt allerdings eine bereinigte operative Marge zwischen 24,5 und 25,5 Prozent in Aussicht. Das schließt Kosten von 200 bis 300 Millionen Euro für den Stellenabbau ein, welche die Marge um zwei bis drei Prozent drücken.

SAP will 2009 trotz der Finanzkrise eine Dividende zahlen. Die Ausschüttungsquote werde weiterhin bei 30 Prozent liegen, sagte Finanzvorstand Werner Brandt bei der Vorlage der Jahreszahlen.

ssu/AP/dpa-AFX/Reuters

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