Spitzenverdiener Ackermanns Jahresgehalt steigt auf 13,2 Millionen Euro

Für einen Tag stand Linde-Chef Wolfgang Reitzle an Ranglistenplatz eins der Dax-Topverdiener. Heute jedoch gab die Deutsche Bank die Gehälter ihrer Vorstände für 2006 bekannt: Josef Ackermann ist wieder top - mit gut einer Million Euro mehr als im Vorjahr.


Frankfurt am Main - Mit 13,2 Millionen Euro hat Ackermann im vergangenen Jahr rund elf Prozent mehr verdient als 2005, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht des Unternehmens hervorgeht. 2005 hatte der Schweizer rund 11,9 Millionen Euro verdient.

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Rund elf Prozent Gehaltszuwachs
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Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Rund elf Prozent Gehaltszuwachs

An den gesamten Vorstand hat die Deutsche Bank laut Geschäftsbericht 32,9 Millionen Euro überwiesen. 2005 hatten die Gremienmitglieder zusammen 28,72 Millionen Euro erhalten. Der Jahresüberschuss der Bank war 2006 auf knapp sechs Milliarden Euro gestiegen.

Die alte Rangfolge ist damit wiederhergestellt. Weil Linde seinen Geschäftsbericht einen Tag früher veröffentlicht hatte, war vorübergehend Vorstandschef Wolfgang Reitzle an die Spitze der Topverdiener gerückt, der seine Bezüge erstmals offengelegt hatte. Er verdiente 2006 7,37 Millionen Euro.

Auf den Rängen folgen DaimlerChrysler- Chart zeigen-Chef Dieter Zetsche (7,15 Millionen Euro) und RWE- Chart zeigen-Manager Harry Roels (6,9 Millionen Euro).

Gemessen am Gehaltsaufschlag kommen aber ganz andere auf den Spitzenplatz. Denn am stärksten sind nach jetzigem Stand die Einkommen beim Nutzfahrzeughersteller MAN Chart zeigen gestiegen. Die Manager erhielten im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittliche Pro-Kopf-Bezüge von 1,89 Millionen Euro - 76,64 Prozent mehr als 2005. Einen ähnlich großen Sprung machten die Durchschnittsvergütungen beim Handelskonzern Metro Chart zeigen: Sie kletterten um 76,09 Prozent in die Höhe, von 2,12 auf 3,42 Millionen Euro.

Grund für den Anstieg ist nach Meinung von Experten die zunehmende Flexibilisierung der Bezüge. Im Fall der Allianz Chart zeigensind die Bonuszahlungen von 10,16 auf 16,85 Millionen Euro gestiegen. Bei der Metro hat sich der variable Anteil am Einkommen sogar von 4,25 auf 8,46 Millionen Euro erhöht und damit fast verdoppelt.

Topverdiener sind bislang auch die Allianz-Vorstände, doch sie hielten sich 2006 an ihren eigenen Maßhalteappelle: Die durchschnittliche Pro-Kopf-Vergütung von 3,74 Millionen Euro bedeutet eine Steigerung um 1,36 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Seinen Spitzenplatz bei den absoluten Gehältern verteidigt Deutsche-Bank-Chef Ackermann nur zwischen den Zeilen: Er betonte in einem Brief an die Aktionäre, wie gut es um die Bank stehe. "Wir sind optimistisch, dass wir unser ertragsreiches Wachstum beibehalten können", schreibt Ackermann. Das Unternehmen bekräftigte zugleich das Ziel der Deutschen Bank, im mehrjährigen Durchschnitt eine nachhaltige Vorsteuerrendite von 25 Prozent und ein zweistelliges Wachstum des Ergebnisses je Aktie zu erreichen. Zudem wiederholte die Bank ihr Ziel eines Vorsteuergewinns von 8,4 Milliarden Euro im kommenden Jahr. 2006 hatte die Bank hier 8,1 Milliarden Euro erreicht.

mik/ddp/Dow Jones/vwd



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