Staatsdienst Weltekes Luxus-Rente auf mindestens 15.000 Euro beziffert

Ein Aufenthalt im Berliner Luxushotel Adlon dürfte für Ernst Welteke auch nach dem Rücktritt kein größeres Problem sein. Einem Zeitungsbericht zufolge kann er eine fürstliche Altersversorgung erwarten.


Ex-Bundesbankchef Welteke: Keine Finanzsorgen im Alter
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Ex-Bundesbankchef Welteke: Keine Finanzsorgen im Alter

Hamburg - Welteke habe Anspruch auf ein Ruhegehalt von mindestens 15.000 Euro monatlich, berichtet die "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise. Hinzu komme eine so genannte Bundesbank-Zulage, die aber geheim sei. Grundlage der Berechnungen sei der so genannte "ruhegehaltsfähige Teil" von Weltekes Bundesbankbezügen in Höhe von rund 250.000 Euro jährlich, so der Bericht. Nicht berücksichtigt werde dabei eine "besondere Vergütung" von rund 75.000 Euro, die Teil der Welteke-Bezüge sei.

Im Jahr kann Welteke nach Angaben von "Bild" nun mit mindestens 180.000 Euro rechnen. Die Bundesbank hatte erst am Montag Meldungen dementiert, nach denen Welteke sein volles Gehalt von 350.000 Euro jährlich bis zum regulären Ende seines Vertrages 2007 weiter beziehen soll. Welteke werde ein Ruhegehalt auf Basis der gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen erhalten, das deutlich niedriger sei, hieß es.

Unterdessen bezeichneten führende Banker den Vizepräsidenten der Bundesbank, Jürgen Stark, als geeigneten Nachfolger Weltekes. "Wenn die Bundesregierung es bei der Verfahrensweise belässt, die sich bewährt hat, führt an Jürgen Stark eigentlich kein Weg vorbei", sagte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller der `Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe). Ebenso lobte der Nürnberger Professor für Bank- und Börsenlehre, Wolfgang Gerke Starks Fachwissen und internationale Erfahrung.

Die Bundesregierung will am Mittwoch über Weltekes Nachfolge entscheiden. Neben Stark sind die Staatssekretäre Cajo Koch-Weser (Finanzministerium) und Alfred Tacke (Wirtschaftsministerium) die aussichtsreichsten Kandidaten. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sind außerdem der ehemalige Chef der genossenschaftlichen DZ-Bank, Bernd Thiemann, sowie das ehemalige Direktoriumsmitglied der Bundesbank, Gerhard Häusler, im Gespräch.



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