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Städte-Ranking: München deklassiert Berlin - Dresden auf der Überholspur

Herbe Niederlage für die Hauptstadt: Im Wirtschafts-Ranking der deutschen Großstädte kommt Berlin auf den letzten Platz. Ganz vorne liegt München - und auch zwei Städte in Ostdeutschland schneiden überraschend gut ab.

Hamburg - "Ein strahlender Sieger" - so bezeichnet die Initiative neue soziale Marktwirtschaft (INSM) die bayerische Landeshauptstadt. München sicherte sich im Vergleich der 50 wichtigsten deutschen Städte mit Bravour den ersten Platz. Doch auch Dresden gebühre der Titel des "strahlenden Siegers", fügt die Organisation hinzu. Denn keine andere deutsche Großstadt sei so dynamisch. Mit anderen Worten: Die sächsische Elbmetropole holt rasant auf.

Semperoper in Dresden: Keine andere deutsche Stadt ist so dynamisch
DDP

Semperoper in Dresden: Keine andere deutsche Stadt ist so dynamisch

Die INSM setzt sich für mehr Wettbewerb in Deutschland ein und gilt ihren Gegnern als neoliberal. Die Städte-Studie hat die Organisation zusammen mit der "Wirtschaftswoche" in Auftrag gegeben. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Kölner Beratungsunternehmen IW Consult, einer Tochter des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

In das Ergebnis sind 104 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Arbeitseinkommen und Investitionen eingeflossen. Auch die Arbeitslosenquote, die Zahl der Hochqualifizierten je Einwohner und die Schulden je Einwohner wurden berücksichtigt. Dabei wurde sowohl das Ist-Niveau - meist aus dem Jahr 2006 - als auch die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre untersucht.

Wirtschaftskraft in Deutschland - die Großstädte im Vergleich
Rang Stadt Punkte *
1 München 129,6
2 Stuttgart 120,8
3 Karlsruhe 120,6
4 Münster 119,5
5 Frankfurt 118,8
6 Bonn 118,7
7 Düsseldorf 116,7
8 Dresden 116,7
9 Nürnberg 113,3
10 Wiesbaden 113,0
11 Braunschweig 112,7
12 Hamburg 112,5
13 Mannheim 111,6
14 Hannover 110,8
15 Köln 109,5
16 Saarbrücken 109,2
17 Mainz 108,9
18 Mülheim 106,2
19 Leverkusen 105,3
20 Osnabrück 102,7
21 Freiburg 101,9
22 Ludwigshafen 101,5
23 Augsburg 100,2
24 Oldenburg 98,4
25 Bremen 97,6
26 Krefeld 96,8
27 Solingen 96,7
28 Essen 96,1
29 Bochum 94,3
30 Hamm 93,5
31 Dortmund 93,3
32 Duisburg 93,1
33 Oberhausen 93,0
34 Leipzig 92,9
35 Magdeburg 92,1
36 Kassel 92,0
37 Herne 91,2
38 Bielefeld 89,3
39 Hagen 88,6
40 Kiel 88,4
41 Chemnitz 87,8
42 Erfurt 85,8
43 Wuppertal 85,3
44 Mönchengladbach 85,2
45 Aachen 83,3
46 Lübeck 81,3
47 Halle 79,9
48 Gelsenkirchen 79,3
49 Rostock 74,8
50 Berlin 74,7
* In das Ranking sind 104 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Arbeitseinkommen und Investitionen eingeflossen. Das Ist-Niveau und die Dynamik in den vergangenen fünf Jahren wurden gleich stark gewichtet.

Quelle: Initiative neue soziale Marktwirtschaft

Betrachtet man nur die Dynamik, kommt Dresden auf Platz eins. Laut INSM erklärt sich dies mit den Anstrengungen der Stadt in den vergangenen Jahren. Das Ergebnis deute - trotz der momentan noch vorhandenen Schwächen - auf gute Zukunftsperspektiven hin. Auch Leipzig liegt im Dynamik-Ranking mit Platz sieben recht weit vorne.

Insgesamt jedoch erreichte München den Spitzenplatz. "Die bayerische Metropole ist die attraktivste und erfolgreichste deutsche Stadt", erklärte die INSM. Danach folgen Stuttgart, Karlsruhe, Münster und Frankfurt am Main.

Auf dem letzten Platz im Gesamtranking landete dagegen die Bundeshauptstadt. Der Studie zufolge haben nur 44,5 Prozent der erwerbsfähigen Berliner einen sozialversicherungspflichtigen Job in der Stadt. Im Bundesdurchschnitt liegt der Wert bei 53,5 Prozent. Außerdem hat sich das Berliner Bruttoinlandsprodukts je Einwohner seit 2001 kaum erhöht. In den anderen Großstädten stieg es im selben Zeitraum durchschnittlich um 5,4 Prozent.

Die Initiative neue soziale Marktwirtschaft hofft nun, durch das Ranking den Wettbewerb zwischen den Städten anzuregen. "Das setzt die Kommunen unter Druck", sagt INSM-Geschäftsführer Dieter Rath. Der Vergleich mit anderen schaffe "Anreize zur kontinuierlichen Verbesserung". Außerdem könnten die einzelnen Städte von den Erfolgen der Bestplatzierten lernen.

wal

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