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Standort Deutschland: Die wichtigsten US-Investoren

Deutschland ist für US-Unternehmen in Europa immer noch der Standort Nummer eins. Doch zahlreiche Belastungen bringen den Spitzenplatz in Gefahr. Es geht um rund 110 Milliarden Euro und 800.000 Arbeitsplätze.

Frankfurt am Main - Ein starres Arbeitsrecht und eine hohe Steuerlast sind nach Ansicht der amerikanischen Handelskammer die größten Belastungsfaktoren in Deutschland. "Deutschland hat alle Chancen, auch künftig am Wachstum teilzunehmen", sagte der Präsident der American Chamber of Commerce in Germany (AmCham), Fred Irwin. Allerdings benötige die Bundesrepublik mehr Flexibilisierung, vor allem im Arbeits- und Steuerrecht.

Wal-Mart-Eröffnung: Starres Arbeitsrecht und hohe Steuerlast
DPA

Wal-Mart-Eröffnung: Starres Arbeitsrecht und hohe Steuerlast

Deutschland sei mit rund 800.000 direkten Arbeitsplätzen der größte Investitions-Standort amerikanischer Firmen in Europa. Das in Deutschland gebundene Kapital amerikanischer Firmen bezifferte die Handelskammer auf rund 110 Milliarden Euro. Allein die beiden umsatzstärksten US-Unternehmen in Deutschland, die Ford-Werke in Köln und die General-Motors-Tochter Opel in Rüsselsheim, brachten es im vergangenen Jahr jeweils auf einen Umsatz von rund 14 Milliarden Euro.

Probleme mit deutschem Bankensektor

"Wenn die Attraktivität des Standorts Deutschland weiter hoch bleiben soll, müssen die Steuersätze runter und das Steuersystem vereinfacht werden", forderte AmCham-Geschäftsführer Dierk Müller. Andere europäische Länder hätten dies bereits getan.

Reformbedarf sieht die Kammer auch beim Arbeitsrecht, das mehr Flexibilität benötige. Zudem behinderten viele Gesetze den Wettbewerb: Als Beispiel führte Irwin das drei Säulen-Modell im Bankensektor an, das übergreifende Zusammenschlüsse zwischen Privatbanken, Sparkassen und genossenschaftlichen Instituten erschwere.

Ford, Opel und Exxon umsatzstärkste Unternehmen

Irwin fügte allerdings hinzu, Deutschland sei nach wie vor einer der attraktivsten Standorte in Europa. Vor allem die gut ausgebildeten Arbeitskräfte und deren Innovationskraft würden von US-Firmen geschätzt. Trotz der heftig kritisierten spezifisch deutschen Probleme dürften die Investitionen amerikanischer Unternehmen in Deutschland in den nächsten Jahren leicht zunehmen, prognostizierte Irvin. Dabei würde vor allem für die Erneuerung von Produktionsanlagen sowie für Übernahmen Geld ausgegeben.

Nach Darstellung der Kammer haben die rund 2000 in Deutschland ansässigen amerikanischen Firmen einen durchschnittlichen Marktanteil von 20 Prozent. Dieser solle in den nächsten fünf Jahren auf 27 Prozent erhöht werden.

Die Autobauer Ford Chart zeigen sowie die von Stellenstreichungen bedrohte General-Motors-Tochter Opel sind laut Rangliste der Handelskammer die umsatzstärksten amerikanischen Unternehmen in der Bundesrepublik. Der Ölkonzern Exxon Mobil Chart zeigen sowie der Computerbauer IBM Chart zeigen folgen auf den Plätzen, Handelsriesen wie Wal-Mart Chart zeigen oder McDonald's Chart zeigen sind deutlich abgeschlagen.

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