Standort VW baut Golf-Geländewagen in Wolfsburg

Nach harten Verhandlungen haben sich das VW-Management und Arbeitnehmervertreter im Streit um das Golf-Geländemodell geeinigt. Der Allradwagen wird in Wolfsburg gebaut, 1000 Arbeitsplätze sind dort gesichert. Dafür nimmt die Belegschaft Abstriche beim Lohn in Kauf.


Wolfsburg - Volkswagen Chart zeigen wird den kompakten Geländewagen "Marrakesch" in Wolfsburg - und nicht in Portugal - fertigen lassen. Nach monatelangen Verhandlungen erzielte VW gestern am späten Abend mit dem Betriebsrat und der IG Metall eine entsprechende Einigung, teilte das Unternehmen heute mit.

VW-Produktion in Wolfsburg: 1000 Jobs gesichert
DDP

VW-Produktion in Wolfsburg: 1000 Jobs gesichert

Die Produktion erfolgt nach Unternehmensangaben innerhalb der Konzerntochter Auto 5000 GmbH. Damit wird nach dem Minivan Touran ein weiteres Modell nach Bedingungen unterhalb des Wolfsburger Haustarifs produziert.

"Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG Metall die notwendige Kostenreduzierung von 850 Euro bei dem Geländewagen erreicht haben", sagte VW-Markenchef Wolfgang Bernhard heute Morgen in Wolfsburg. Bernhard hatte Betriebsrat und Gewerkschaft bis Montag eine Frist gesetzt, um über Lohnzugeständnisse zu beraten, um so den Bau des "Marrakesch" in Deutschland zu sichern. Die VW-Spitze hatte damit gedroht, den Wagen sonst in Portugal zu bauen. Die IG Metall hatte vor der Verhandlungsrunde bereits Kompromissbereitschaft signalisiert.

Zu den Bedingungen des VW-Haustarifvertrages war eine Fertigung des Geländewagens in Deutschland nach Angaben des Vorstands wirtschaftlich nicht sinnvoll. Mit der Entscheidung für Wolfsburg werden nach früheren Angaben rund 1000 Arbeitsplätze gesichert.

IG Metall: "Verantwortungsvolle Entscheidung"

Die IG Metall hat die Einigung als "verantwortungsvolle Entscheidung für sichere Arbeitsplätze" bezeichnet. Die Lösung sichere Jobs in Deutschland und unterstreiche die Wettbewerbsfähigkeit des Automobilstandorts, teilte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine mit. "Weitere neue Produkte sichern die heute unter dem Dach des Haustarifvertrags bestehenden Arbeitsplätze."

Nach dem Modell der Auto 5000 GmbH für die Touran-Fertigung arbeiten die Beschäftigten in der Regel 35 Stunden und höchstens 42 Stunden je Woche. Das Lohnniveau liegt rund 20 Prozent unter dem alten Haustarif und damit etwa auf dem Niveau des Flächentarifs. Den Namen erhielt das Arbeitsmodell aus dem Jahr 2001, weil VW 5000 Arbeitslose zum Lohn von 5000 D-Mark (2560 Euro) einstellen wollte.

Weitere Modelle für deutsche Werke

Unternehmensleitung und Betriebsrat hätten zusätzlich beschlossen, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Wolfsburg weiter zu verbessern, um auf dieser Basis ein zusätzliches Modell am Stammsitz des Automobilproduzenten herzustellen. Entscheidungen dazu stünden aber noch aus.

Zudem vereinbarten die Tarifpartner, ein weiteres Modell der sogenannten Produktoffensive nach dem noch zu modifizierenden Hausvertrag am Standort Emden zu fertigen. Voraussetzung sei, dass die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs erreicht werde. Details dazu sollen Mitte Oktober beschlossen werden.



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