Standortranking Deutschland Schlusslicht unter 21 Nationen

Katastrophales Zeugnis für die Bundesrepublik: Bei dem von der Bertelsmann-Stiftung vorgelegten Standort-Ranking der Industrienationen belegte Deutschland den letzten Platz.


Hamburger Hafen: Mangelhaftes Wachstum lastet auf dem Standort Deutschland
DPA

Hamburger Hafen: Mangelhaftes Wachstum lastet auf dem Standort Deutschland

Hamburg - Das Fazit der Bertelsmann-Studie für Deutschland fällt denkbar schlecht aus. Die Arbeitsmarktperformance sei ungenügend, die Wachstumsentwicklung mangelhaft.

Während die meisten Länder in den vergangenen Jahren zum Teil bemerkenswerte Erfolge bei der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und der Erzielung von Wirtschaftswachstum verbuchen konnten, treten demnach insbesondere die großen europäischen Länder Frankreich, Italien und Deutschland weiter auf der Stelle.

Spitzenreiter im aktuellen Ranking ist Irland. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die USA und Australien. Im Mittelfeld rangieren unter anderem die Niederlande, Österreich, Großbritannien, die Schweiz und Japan. Schlusslichter sind Spanien, Italien, Frankreich und mit einigem Abstand auf dem letzten Platz: Deutschland.

Gravierende Mängel am Arbeitsmarkt

"Damit setzt sich ein seit 1991 anhaltender Abstieg fort. Seit dem Jahr 2000 herrscht in Deutschland absolute Flaute bei Wachstum und Beschäftigung", bilanzierte der Präsidiumsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Heribert Meffert, am Donnerstag in Gütersloh.

Gravierende Mängel sieht die Studie vor allem bei der deutschen Arbeitsmarktpolitik - etwa bei der Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen und älteren Arbeitnehmern ins Berufsleben. "Die Altersarbeitslosigkeit ist auffallend hoch und liegt in keinem anderen Land so weit über der allgemeinen Arbeitslosenquote wie in Deutschland", heißt es in der Studie. Bei Älteren wie auch bei den Langzeitarbeitslosen müsse vor allem das starre Lohnsystem gelockert werden.

Positiv wertet die Studie dagegen die geringe Jugendarbeitslosigkeit. "Kein anderes Land kann bei dieser Größe einen besseren Wert vorweisen als Deutschland." Hier profitiere das Land nach wie vor von der hohen Qualität der dualen Berufsausbildung.

"Deutschland muss seine Reformbemühungen deutlich verstärken, um nicht langfristig den Anschluss zu verlieren", sagte Meffert. Nicht nur in den Ländern mit traditionell hohem Einkommen wie den USA und der Schweiz werde mehr Inlandsprodukt pro Kopf erwirtschaftet. Auch Belgien, Dänemark oder die Niederlande hätten Deutschland mittlerweile klar distanziert.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.