Stellenabbau: Allianz Nordost will ohne Kündigungen auskommen

Die ostdeutschen Beschäftigten der Allianz-Versicherung müssen nach Unternehmensangaben keine Kündigungen befürchten. Aus Arbeitnehmersicht ist das allerdings nur ein halber Sieg. Denn die Stellen werden bis 2008 wie geplant abgebaut.

Berlin - Pilotstandort - das klingt nach Avantgarde und Modernität. Beim Versicherungskonzern Allianz heißt das allerdings Spardiktat und Stellenabbau. Die Niederlassungen Berlin und Leipzig gehören dazu. Sie werden rund 500 Stellen verloren haben, wenn der Konzernumbau bis Ende 2007 abgeschlossen sei wird.

Wenigstens lässt sich das hässliche Wort Kündigung vermeiden. Denn allein 400 Vollzeitstellen fallen nach Angaben des Regionalleiters Nordost, Michael Beckord, innerhalb der nächsten zwei Jahre dadurch weg, dass Mitarbeiter in Altersteilzeit oder in den Vorruhestand gehen oder gegen Zahlung einer Abfindung ausscheiden.

Die entsprechenden Verträge seien bereits unterschrieben, sagt Beckord dem "Tagesspiegel". "Wenn Sie noch ein bisschen normale Fluktuation hinzurechnen, hat sich das Problem hier in meinem Verantwortungsbereich schon aufgelöst." Allerdings erwarte der Konzern schon eine entsprechende Flexibilität seiner Mitarbeiter, sagte der Manager weiter. "De facto haben wir den Abbaubedarf aber längst realisiert".

Ende Juni hatte die Allianz angekündigt, die Niederlassungen Berlin und Leipzig zu Pilotstandorten des Konzernumbaus zu machen.

Zum 1. Juli 2007 sollen die neuen Strukturen im Dienstleistungsgebiet Nordost, zu dem die Standorte Berlin und Leipzig gehören, ausprobiert werden. In Berlin soll das Postzentrum des Konzerns für ganz Deutschland entstehen. Am Standort Leipzig soll zunächst als Pilotprojekt das Kundenbetreuungscenter "Telefonie" eingerichtet werden.

Telefonie-Center sollen später noch in München und Nürnberg ihren Sitz haben. Die Allianz will im Zuge ihrer Umstrukturierung die verschiedenen Versicherungssparten unter einem Dach bündeln und sich eine neue, straffere Struktur geben. Dabei sollen rund 5000 Arbeitsplätze wegfallen. Bei der Tochter Dresdner Bank hat die Allianz die Streichung von zusätzlich rund 2500 Arbeitsplätzen angekündigt. Der Konzern ist seit dem vergangenen Freitag eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht und firmiert nun unter dem Namen Allianz SE (Societas Europaea).

mik/dpa

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