Hinterziehung Schweizer Banken umgehen Steuerabkommen

Die Schweizer Banken sorgen vor, um das geplante Steuerabkommen mit Deutschland zu umgehen - das berichtet ein führender Fahnder im SPIEGEL. Er fordert, weiterhin Steuer-CDs anzukaufen.

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Bankenplatz Zürich: "Sieben Wege ins Glück"
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Bankenplatz Zürich: "Sieben Wege ins Glück"


Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wollte schon die Kavallerie ins Nachbarland einrücken lassen, sein Nachfolger Wolfgang Schäuble (CDU) verlegte sich aufs Verhandeln: Schäuble will künftig wenigstens einen Teil der geheimen Milliardenvermögen abschöpfen, die deutsche Steuerflüchtlinge auf Schweizer Konten liegen haben.

Anfang 2013 soll nach den Plänen des Bundesfinanzministers ein mit der Schweiz ausgehandeltes Abkommen in Kraft treten, das die Schwarzgeldvermögen legalisiert und steuerpflichtig macht. Bis zu zehn Milliarden Euro soll das Abkommen dem deutschen Fiskus einbringen, verkündete Schäuble.

Zumindest einer der Praktiker, der seit vielen Jahren Jagd auf Steuerflüchtlinge macht, hält das für eine Milchmädchenrechnung. Die Schweizer Banken hätten sich längst darauf vorbereitet, das Vermögen ihrer Kunden vor der geplanten Quellensteuer von gut 25 Prozent auf Zinserträge weiter zu verbergen, sagt Klaus Herrmann, Chef der Steuerfahndung in Rheinland-Pfalz, dem SPIEGEL.

"Sieben Wege ins Glück", laute die bankeninterne Bezeichnung der verschiedenen Modelle, die für die deutschen Kunden entwickelt worden seien. Darunter Klassiker wie der "Liechtensteiner Rettungsanker", simple Tricks wie die "Domizilierungslösung" oder Kniffliges wie die Umschichtung der Vermögen in Offshore-Gesellschaften.

Nach Informationen des Fahnders, die unter anderem auf diskreten Hinweisen Schweizer Bankmitarbeiter beruhen, sind die ersten Angebote bereits an deutsche Kunden verschickt worden. Die Schweiz habe zwar versprochen, rund 1,7 Milliarden Euro aus einer einmaligen Steuerabschöpfung der Schwarzgeldvermögen nach Deutschland zu überweisen. Aber aus der anschließend geplanten Quellensteuer auf Zinserträge dieser Vermögen werde nicht einmal eine Milliarde Euro erzielt werden, schätzt Herrmann.

"Wenn das Abkommen in Kraft tritt", sagt Herrmann, "werden die Vorteile eindeutig auf der Schweizer Seite liegen und die Nachteile bei uns." Denn die Schweiz könne dann dank der Umgehungsmodelle weiterhin diskrete Geschäfte mit den deutschen Kunden machen, deren Identität auch künftig nicht preisgegeben werden muss.

Geht es nach Fahndern wie Herrmann, sollte der deutsche Staat deshalb weiterhin die auf dem Markt angebotenen CDs mit Schweizer Kontendaten aufkaufen, um Steuerflüchtlingen auf die Spur zu kommen. Erst im Juli hatte Nordrhein-Westfalen erneut eine solche Daten-CD erworben, die nun ausgewertet werden soll.

Die Qualität dieser Daten sei seines Wissens gut, sagt Herrmann. Und: Derzeit gebe es noch "eine Reihe weiterer Angebote mit hochinteressantem Material". Ist das Steuerabkommen mit der Schweiz allerdings erst einmal in Kraft, dürfen die Fahnder sich zumindest nicht mehr "aktiv" um solche vermutlich illegal kopierten Daten aus Schweizer Bankhäusern bemühen.

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insgesamt 199 Beiträge
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Seite 1
aprilapril 06.08.2012
1. Warum verzichtet
Zitat von sysopREUTERSDie Schweizer Banken sorgen vor, um das geplante Steuerabkommen mit Deutschland zu umgehen - das berichtet ein führender Fahnder im SPIEGEL. Er fordert, weiterhin Steuer-CDs anzukaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,848477,00.html
unser Finanzminister nur auf Steuern von Millionären. Meinem Budget täte das auch sehr gut.
aprilapril 06.08.2012
2. Was ist denn das....
Zitat von sysopREUTERSDie Schweizer Banken sorgen vor, um das geplante Steuerabkommen mit Deutschland zu umgehen - das berichtet ein führender Fahnder im SPIEGEL. Er fordert, weiterhin Steuer-CDs anzukaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,848477,00.html
für ein skurriles Abkommen, das zu umgehen schon wieder easy funktioniert? Mein Gott, lasst solche Verträge doch von Fachleuten ausarbeiten, die etwas davon verstehen. Schäuble kann oder will ews offenbar nicht. Wer hat ihn zum Verzicht ermächtigt?
spiegel-robert 06.08.2012
3. Bankenland Schweiz
Abkommen hin oder her, auf der ganzen Welt ändert sich die Bankenlandschaft. Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit seitens der Bankinstitute wird je länger je mehr Trumpf sein. Der Schweizer Finanzplatz ist hier übrigens allen Unkenrufen schon viel weiter als viele andere Finanzplätze. Und immer mehr auch online, wie Plattformen wie nzz.ch/finanzen oder www.assetinum.com zeigen.
braintainment 06.08.2012
4. Dr.
Zitat von sysopREUTERSDie Schweizer Banken sorgen vor, um das geplante Steuerabkommen mit Deutschland zu umgehen - das berichtet ein führender Fahnder im SPIEGEL. Er fordert, weiterhin Steuer-CDs anzukaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,848477,00.html
Na, jetzt bin ich aber überrascht... Aber mal ehrlich? Bevor jetzt wieder das Politiker-Bashing losgeht. Unsere Politiker wollen etwas von der Schweiz, nicht umgekehrt. Außer Sprüchen über die Kavallerie und dem moralischen Zeigefinger haben wir der Schweiz und insbesondere Schweizer Banken nichts zu bieten. Wenn ich Schweizer Bank wäre, würde ich auch nicht freiwillig die Murmeln abgeben...
blödföhn 06.08.2012
5. Geschäft
"Die Überlebensfrage der Demokratie" Netter Artikel von Michael Spreng. http://www.sprengsatz.de/?cat=4 Solange man Geschäfte zulässt die sich nicht an eine Realexistierende Rendite halten und zudem noch Gesellschaftliche und Moralische Grenzen überschreiten, darf man sich nicht wundern. Nur was für eine Gesellschaft soll dabei herauskommen, hat nicht gerade Europa genug schlechte Erfahrungen gemacht ?
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