Steuerparadies US-Senat attackiert Liechtensteiner Bank

Es geht um Milliarden: Die Liechtensteiner LGT-Bank und die Schweizer UBS sollen nach einem Bericht des US-Senats Tausende Konten wohlhabender US-Bürger führen - und so deren Geld an der amerikanischen Steuerbehörde vorbeischleusen.


Washington - Der Untersuchungsausschuss des US-Senats hat akribisch gearbeitet: 19.000 Konten für US-Bürger soll demnach allein die Schweizer Bank UBS führen, mindestens hundert Konten die Liechtensteiner Bank LGT. Auf den Konten liegen insgesamt rund 18 Milliarden Dollar.

UBS-Zentrale: "Wirtschaftlicher Krieg".
DPA

UBS-Zentrale: "Wirtschaftlicher Krieg".

Seit sechs Monaten ist der Ausschuss des Senats eingesetzt, seine Untersuchungen haben ergeben, dass beide Finanzinstitute "Steuerhinterziehung ihrer US-Kunden einfacher gemacht" haben und die Praxis der Banken "auch dazu geführt" habe, heißt es in dem Bericht des Untersuchungsausschusses.

Danach sollen UBS und LGT ihre US-Kunden aufgefordert haben, Konten bei Filialen in Steuerparadiesen zu eröffnen. Dabei hätten die Banken die Kunden unterstützt, ihre Anlagen so zu gestalten, dass sie nicht an die amerikanische Steuerbehörde IRS gemeldet werden.

"Steuerparadiese führen zu einem wirtschaftlichen Krieg gegen die Vereinigten Staaten. Und der ehrliche, hart arbeitende Steuerzahler verliert", sagte der demokratische Senator Carl Levin.

In den USA ermitteln die Behörden schon seit geraumer Zeit gegen die UBS. Die Ermittlungen gehen auf Bradley Birkenfield zurück, einen ehemaligen Mitarbeiter der Bank. Dieser ist wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt und arbeitet mit den Ermittlern zusammen. Die Liechtensteiner LGT-Bank stand bereits im Mittelpunkt der Steuerermittlungen gegen Hunderte Deutsche, unter ihnen auch Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel.

cvk/AFP



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