Reaktion der Steuersünderin Alice Schwarzer geht stiften

Alice Schwarzer ergreift die Flucht nach vorn. Wegen der Debatte um ihre Steuer-Beichte kündigt die Frauenrechtlerin früher als geplant die Gründung einer Gemeinnützigen Stiftung an. Die Image-Kampagne soll offenbar ihre Kritiker besänftigen.

Frauenrechtlerin Schwarzer: Stattet Stiftung mit einer Million Euro Kapital aus
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Frauenrechtlerin Schwarzer: Stattet Stiftung mit einer Million Euro Kapital aus


Hamburg - Alice Schwarzer steht wegen ihrer Steuer-Beichte im Kreuzfeuer der Kritik. Die Frauenrechtlerin hatte jahrelang eine erhebliche Geldsumme in der Schweiz gebunkert, ohne auf die Erträge Steuern zu zahlen. Nur dank einer Selbstanzeige geht sie straffrei aus. Jetzt scheint Schwarzer ihren Ruf aufbessern zu wollen. In einer Pressemitteilung gab sie bekannt, dass sie eine Gemeinnützige Stiftung gründen wolle.

Schwarzer wolle Projekte fördern, die der Chancengleichheit und den Menschenrechten von Mädchen und Frauen zugute kommen, heißt es in der Mitteilung. Die Stiftung sei seit Monaten in Vorbereitung, der Satzungsentwurf des Notars liege bereits vor. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte habe Schwarzer sich nun entschlossen, mit der Ankündigung der Stiftung nun mehrere Monate früher als geplant an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Stiftung soll von ihrer Gründerin mit einer Million Euro Stiftungskapital ausgestattet und darüber hinaus jährlich alimentiert werden. Alice Schwarzer bringe als Verlegerin des Magazins "Emma" dazu den Verlag dieser Zeitschrift in die Stiftung ein. "Emma" sei ökonomisch unabhängig und schreibe schwarze Zahlen; die Einkünfte der Zeitschrift sollen in Zukunft zum laufenden Betrieb der Stiftung beitragen.

Der Start der Stiftung ist für Herbst 2014 geplant, teilte eine Sprecherin von Schwarzer SPIEGEL ONLINE mit. Bislang habe die Organisation keinen Namen, auch konkrete Förderprojekte gebe es noch nicht.

bos



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insgesamt 210 Beiträge
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leser1943 03.02.2014
1. Stiftung
Schwarzer als "großzügige" Stifterin? Erst die Steuer hinterzogen und nun auch die Steuervorteile einer stiftung nutzen? Verlogener geht Gutmenschentum kaum noch!
michlauslöneberga 03.02.2014
2. Sie
Zitat von sysopDPAAlice Schwarzer tritt die Flucht nach vorne an. Wegen der Debatte um ihre Steuer-Beichte kündigt die Frauenrechtlerin früher als geplant die Gründung einer Gemeinnützigen Stiftung an. Die Image-Kampagne soll offenbar ihre Kritiker besänftigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/steuersuenderin-alice-schwarzer-will-gemeinnuetzige-stiftung-gruenden-a-950869.html
hat sich selbst immer als den kategorischen Imperativ dargestellt. Die jetzt kolportierten Aussagen, das Geld sei in Deutschland nicht mehr sicher gewesen sowie die Aufdeckung der Selbstanzeige sei eine Racheaktion aufgrund ihrer Stellungnahme zum Thema Zwangsprostitution, sie also mithin eigentlich ein Opfer zeigt, dass die Denke immer noch besteht. Die Errichtung einer Stiftung, wobei die Gemeinnützigkeit noch abzuwarten bleibt, kann den Ruf der Dame auch nicht wieder herstellen.
bigjes 03.02.2014
3. 1 Mio?
Toll, damit kann ja eine Stiftung richtig viel auf die Beine stellen... Was für Projekte sollen denn mit so wenig Stiftungskapital gefördert werden, auch wenn die Schwarzer noch jedes Jahr etwas einzahlen sollte? Normalerweise haben Stiftungen Stammkapital und bezahlen aus den erzielten Zinsen etc. die eigenen Verwaltungskosten und Projekte. Da bei € 1 Mio. kann ja nicht viel gemacht werden. Reine PR-Kacke!
WhereIsMyMoney 03.02.2014
4.
Hahahaha, ihr ist wirklich nichts zu peinlich. Wenigstens erkennt man in solchen Aktionen ihre Verzweiflung.
Hamstedt 03.02.2014
5. Nope
Zu spät. Hättste mit dem ganzen Mist mal lieber gar nicht erst angefangen liebe Alice, die Glaubwürdigkeit ist jetzt futsch und zwar für immer und ich freue mich diebisch darüber. Jemand, der die ganze Zeit mit Steinen schmeißt, aber in Wahrheit nur das sprichwörtliche Glashaus zerstört hat, den sieht man gerne fallen, am besten so tief wie möglich.
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