Streit: Iraner besetzen rumänische Ölplattform

Iranische Soldaten haben eine rumänische Ölplattform im Persischen Golf besetzt. Die 26 rumänischen Angestellten auf der Förderanlage haben keinen Kontakt mehr zur Außenwelt. Hintergrund der Aktion sind Rechtsstreitigkeiten zwischen rumänischen und iranischen Betreibern.

Bukarest - Bereits am Montag hätten iranische Militärhubschrauber und -schiffe versucht, die Mannschaft auf der Ölplattform "Orizont" einzuschüchtern - so heißt es in einer Mitteilung des Präsidenten der rumänischen Betreibergesellschaft GSP Grup, Gabriel Comanescu. Die Plattform liegt seit Oktober 2005 in der Nähe der Insel Kisch im Persischen Golf. Am Dienstag hätte ein iranisches Kriegsschiff das Feuer eröffnet. Schließlich hätten iranische Soldaten übergesetzt und die Förderanlage besetzt.

Der rumänische Handelsvertreter in Teheran, Mircea Has, sagte, die auf der Plattform tätigen Mitarbeiter seien wohlauf, jedoch würden sie mit Waffen bedroht und hätten keinen Kontakt zur Außenwelt. An Bord seien 26 Angestellte gewesen. Nun wolle man das rumänische Außenministerium einschalten, um den Konflikt beizulegen, sagte Has.

Die Regierung in Teheran hat inzwischen bestritten, dass iranische Soldaten die rumänische Ölplattform im Persischen Golf besetzt hätten. Ein Sprecher des Außenministeriums sprach von einem Rechtsstreit zwischen iranischen und rumänischen Ölfirmen. Im Zuge dieses Rechtsstreits hätten iranische Polizisten dafür gesorgt, dass Bohrausrüstung nicht von der Plattform entfernt werde, bevor der Streit beigelegt sei. Die Regierung in Teheran sei nicht involviert.

Hintergrund der Aktion sei ein seit längerem dauernder Rechtsstreit mit iranischen Firmen um die Plattform "Orizont", so CSP-Chef Comanescu. Nach den Darstellung von GSP werfen die iranischen Ölgesellschaften Petroiran und Oriental Oil Kish den Rumänen Vertragsbruch vor: GSP habe die Plattformen "Orizont" und "Fortuna" an die Gesellschaft Oriental Oil Company aus Dubai samt Personal zu Dienstleistungszwecken vermietet, sagte eine GSP-Sprecherin. Ohne Einverständnis von GPS habe aber der Kunde aus Dubai die Plattform "Fortuna" an die iranische Firma Oriental Oil Kish untervermietet. GSP habe vor kurzem deshalb die "Fortuna" aus den iranischen Gewässern zurückgezogen.

Die GSP betreibt nach eigenen Angaben insgesamt sechs Ölplattformen, zwei davon in der Nähe der iranischen Küste. In der Vergangenheit habe es bereits einen ähnliche Zwischenfall gegeben.

ase/dpa-AFX

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