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Streitfall TNK-BP: Ex-Kanzler Schröder wird Öl-Aufsichtsrat

Neuer Job für Gerhard Schröder: Der ehemalige Bundeskanzler rückt in das Direktorium des russisch-britischen Energieunternehmens TNK-BP ein. Der Konzern war zuletzt durch eine unrühmliche Schlammschlacht unter den Eigentümern in die Schlagzeilen geraten.

London - Ex-Kanzler Gerhard Schröder mischt wieder einmal in der Energiebranche mit. Er zieht in das Direktorium des russisch-britischen Energieunternehmens TNK-BP ein. Schröder solle als eines von drei neuen, unabhängigen Mitgliedern des Gremiums künftig dazu beitragen, Patt-Situationen zwischen den Eigentümern des Konzerns zu vermeiden, teilte der britische BP-Konzern mit.

Russland-Kenner Schröder (rechts, mit Premier Putin): Patt-Situationen vermeiden
AP

Russland-Kenner Schröder (rechts, mit Premier Putin): Patt-Situationen vermeiden

BP ist ebenso wie die russische Gesellschaft Alfa Access-Renova zu 50 Prozent an TNK-BP beteiligt und mit vier Direktoren in dem Aufsichtsgremium vertreten. Zwischen den Eigentümern hatte es im vergangenen Jahr einen heftigen Streit um die Kontrolle des Konzerns gegeben, der Russlands drittgrößter Ölkonzern ist.

Die russische Seite hatte dem britischen Konzernchef Robert Dudley vorgeworfen, er würde ausschließlich die Interessen von BP verfolgen und seinen Rücktritt verlangt. Aus Protest verließ Dudley im Juli Russland und führte die Geschäfte aus dem Ausland weiter. Ein Moskauer Gericht verbot Dudley daraufhin, in Russland zu arbeiten. Erst Anfang September legten beide Seiten den Streit bei. Der Kompromiss sah auch vor, dass Dudley seinen Posten räumen musste.

Gerhard Schröder soll als neues Mitglied im Direktorium jetzt offenbar verhindern, dass es zu neuen Streitereien kommt. Er gilt als Freund des russischen Regierungschefs Wladimir Putin und sitzt bereits im Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft der umstrittenen Ostsee-Pipeline, über die Gas aus Russland direkt nach Deutschland gelangen soll.

BP-Chef Tony Hayward sagte, er sei besonders erfreut über die Zusage Schröders. Der Rat des Ex-Kanzlers werde wegen seiner engen Beziehungen zu Russland sowohl den Eigentümern als auch Russland nützen. Schröder erklärte in der Pflichtmitteilung, der Erfolg des Unternehmens werde als Beispiel für Russlands Kooperation mit ausländischen Investoren dienen und damit einen wichtigen Beitrag zu Russlands Integration in die Weltwirtschaft leisten.

suc/dpa-AFX

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