Strikter Sparkurs: Gruner + Jahr will "Minderleister" loswerden
"Low-Perfomer" sollen weg: Einem internen Papier zufolge wird die Belegschaft des Medienkonzerns Gruner + Jahr nach ihrem Nutzen eingestuft. Mitarbeiter "mit unzureichendem Leistungsniveau" will der Konzern loswerden. Wer nicht freiwillig ein Abfindungsangebot annimmt, wird unter Druck gesetzt.
Hamburg - Bei dem durch harte Sparmaßnahmen in die Kritik geratenen Hamburger Verlag Gruner + Jahr ("Stern", "Geo", "Brigitte") haben sich bis zum Ablauf der Frist 110 Mitarbeiter entschlossen, ein Abfindungsangebot des Konzerns anzunehmen und das Haus zu verlassen.
Gruner + Jahr-Auslage: Barscher Ton gegenüber der Belegschaft
Ebenfalls beinhaltet das Papier eine Art Ablaufplan, wie mit Mitarbeitern "mit unzureichendem Leistungsniveau" umzugehen ist: Nach einem Gespräch sollte das einheitliche Aufhebungsangebot unterbreitet werden. Bei Nichtannahme des Angebots, sollten die Anforderungen "klar definiert" werden - auch wird "systematisches Nachhaken" empfohlen.
Dem Papier zu Folge sollte dann eine "konsequente Sanktion" von Verstößen in Form von Abmahnungen oder Kündigungen folgen. Auf den Fluren des Verlags kursiert dafür die Mitarbeiter-Kategorie der "Low-Performer" oder "Minderleister". Was aber genau "ein "unzureichendes Leistungsniveau" und "Verstöße" sind, wollte Gruner + Jahr auf Nachfrage nicht erklären.
Unterdessen rechnet der Hamburger Verlag nach Angaben von Insidern für das laufende Jahr mit einem Gewinn vor Steuern von 105 Millionen Euro (2007: 118 Millionen Euro) allein im Deutschland-Geschäft. Obwohl für 2009 massive Rückgänge im Anzeigengeschäft erwartet werden, geht man bei Gruner + Jahr offenbar davon aus, dass die Sparmaßnahmen Erfolg haben werden: In Verlagskreisen heißt es, dass der Gewinn im kommenden Jahr um etwa fünf Millionen Euro ansteigen könnte. Bis 2015 würde der Umsatz des Unternehmens allerdings durchschnittlich um jährlich drei Prozent sinken. Diese Zahlen zu Umsatz und Gewinn dementiert Gruner + Jahr nachdrücklich.
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