Strompreise Trittin wirft E.on und RWE "Abzocke" vor

Umweltminister Jürgen Trittin hat die Energiekonzerne E.on und RWE wegen ihrer Ankündigung, die Strompreise für Millionen Haushalte zum Jahreswechsel erneut deutlich anzuheben, scharf kritisiert. "Die Abzocke geht weiter", empörte sich der Grünen-Politiker.


Hamburg - Trittin sagte der "Bild am Sonntag", auch diese neue Strompreisrunde sei durch nichts zu rechtfertigen. Zugleich appellierte er an die Landesregierungen, die Preiserhöhungen zu verhindern. "Ich fordere die Länder-Wirtschaftsminister auf, das nicht mitzumachen und ihre Genehmigung für die Tariferhöhung zu verweigern."

Umweltminister Trittin: "Durch nichts zu rechtfertigen"
AP

Umweltminister Trittin: "Durch nichts zu rechtfertigen"

Sprecher von E.on und RWE hatten in der "Berliner Zeitung" bestätigt, dass nahezu alle regionalen Versorgungstöchter der beiden Konzerne in diesen Tagen die Genehmigung für die Preisanhebungen bei den Wirtschaftsministerien der Länder beantragen. Zur exakten Höhe der angepeilten Preissteigerungen wollten sich RWE und E.on demnach noch nicht äußern, da die Daten zuerst den Behörden übermittelt werden müssten. Aus Branchenkreisen verlautete jedoch, dass die Konzerne eine Anhebung von fünf bis sechs Prozent anstreben.

Bei RWE sind rund 7,2 Millionen und bei E.on rund acht Millionen Kunden von den geplanten Preiserhöhungen betroffen. Für weitere rund zwei Millionen E.on-Kunden in Bayern steht der Zeitung zufolge bereits fest, dass sie ab Januar 2006 mehr für ihren Strom bezahlen müssen. Hier hatte die Staatsregierung schon bei der Genehmigung der letzten Tariferhöhung Ende 2004 eine weitere Anhebung mit genehmigt.

Dagegen will der Energiekonzern Vattenfall Europe mit den Versorgern Bewag (Berlin) und HEW (Hamburg) nach eigenen Angaben seine Stromtarife über den Jahreswechsel hinaus konstant halten. Auf Nachfrage wollte sich der Konzern jedoch nicht dazu äußern, ob diese Zurückhaltung zumindest für das erste Quartal des kommenden Jahres und damit für die kalten Wintermonate Bestand haben wird. Auch die Karlsruher EnBW, die ihre Stromtarife für Haushaltskunden als einziger der großen Versorger nicht genehmigen lassen muss, plant nach Unternehmensangaben derzeit keine Preiserhöhungen zum Jahreswechsel.



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