Studie Wirtschaftskriminalität schädigt jede zweite Firma

Geldwäsche, Korruption, Unterschlagung - fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland wird Opfer von Wirtschaftskriminalität. Einer Studie zufolge sind in Hessen die meisten Firmen betroffen - und den größten Schaden hat Nordrhein-Westfalen.


Frankfurt am Main - Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland wird durch Wirtschaftsverbrechen wie Korruption oder Unterschlagung geschädigt. Allerdings ist das Kriminalitätsrisiko je nach Region sehr unterschiedlich, wie eine am heutigen Dienstag veröffentlichte Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) ergab.

So wurden in Hessen in den vergangenen zwei Jahren rund 60 Prozent der befragten Unternehmen Opfer von Wirtschaftskriminalität. Im Gebiet von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen seien es hingegen nur 35 Prozent gewesen.

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC befragte 1166 Unternehmen in Deutschland. Die regionalen Unterschiede zwischen den Bundesländern seien vor allem durch ihre spezifische Wirtschaftsstruktur zu erklären, hieß es. So tauche das Delikt Geldwäsche überdurchschnittlich häufig im von der Finanzdienstleistungsbranche geprägten Hessen auf. Im exportorientierten Baden-Württemberg sei die Korruption im Chinageschäft ein größeres Problem als in anderen Regionen.

Der durchschnittliche Schaden je Unternehmen ist laut PwC in Nordrhein-Westfalen mit 2,43 Millionen Euro am höchsten. Ein wahrscheinlicher Grund sei, dass die Betriebe hier mit im Schnitt 2306 Mitarbeitern deutlich größer seien als im Bundesdurchschnitt mit 1972 Beschäftigten. Damit böten sie eine größere Angriffsfläche.

kaz/AP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.