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15. Dezember 2017, 16:02 Uhr

Stuttgart-21-Architekt Ingenhoven

"Zehn Milliarden Euro sind es doch längst"

Längere Bauzeit, höhere Kosten: Das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 ist ein Albtraum für Stadtplaner. Architekt Christoph Ingenhoven glaubt trotzdem noch daran - auch wenn er schätzt, dass es viel teurer wird.

Der Architekt Christoph Ingenhoven ist nach wie vor von dem Großvorhaben Stuttgart 21 überzeugt. Die Stadt Stuttgart dürfe sich neu erfinden, sagte er dem SPIEGEL. "Diese Chance geben wir ihr." Als Vorbilder nennt er Metropolen wie Amsterdam und Kopenhagen. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit Christoph Ingenhoven im neuen SPIEGEL.)

Ingenhoven gewann 1997 den Wettbewerb für den Bau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, der unter die Erde verlegt und zudem vom Kopf- zum Durchgangsbahnhof umgestaltet wird. Heute, 20 Jahre später, sind der Bahnhof und der Rest des Milliardenprojekts noch nicht fertig, und mindestens sieben weitere Jahre bis zur Eröffnung kommen hinzu.

Im Verhältnis zu seiner Lebenszeit, so Ingenhoven, dauere das Projekt "einfach zu lange". Nach Meinung des Architekten hätte man Stuttgart 21 in zehn Jahren realisieren können. Alles, was länger gedauert habe, "hat doch nichts mit normalem Planen und Bauen zu tun".

Gerade sind neue Kostensteigerungen bekannt geworden, eine Summe von 7,9 Milliarden wurde öffentlich. Ingenhoven dagegen sagt: "Zehn Milliarden Euro sind es doch längst, wenn Sie alle Bahnstrecken hinzunehmen." Und eine endgültige Prognose sei schwer, immer noch: "Sie können keine Garantie übernehmen, das hätten Sie auch nicht bei den Kosten für die Wiedervereinigung gekonnt."

one/uk/sby

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