Stuttgart-21-Architekt Ingenhoven "Zehn Milliarden Euro sind es doch längst"

Längere Bauzeit, höhere Kosten: Das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 ist ein Albtraum für Stadtplaner. Architekt Christoph Ingenhoven glaubt trotzdem noch daran - auch wenn er schätzt, dass es viel teurer wird.

Bauarbeiten am Bahnprojekt Stuttgart 21
DPA

Bauarbeiten am Bahnprojekt Stuttgart 21


Der Architekt Christoph Ingenhoven ist nach wie vor von dem Großvorhaben Stuttgart 21 überzeugt. Die Stadt Stuttgart dürfe sich neu erfinden, sagte er dem SPIEGEL. "Diese Chance geben wir ihr." Als Vorbilder nennt er Metropolen wie Amsterdam und Kopenhagen. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit Christoph Ingenhoven im neuen SPIEGEL.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 51/2017
Wenn die Sehnsucht nach einem Baby zum Drama wird

Ingenhoven gewann 1997 den Wettbewerb für den Bau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, der unter die Erde verlegt und zudem vom Kopf- zum Durchgangsbahnhof umgestaltet wird. Heute, 20 Jahre später, sind der Bahnhof und der Rest des Milliardenprojekts noch nicht fertig, und mindestens sieben weitere Jahre bis zur Eröffnung kommen hinzu.

Im Verhältnis zu seiner Lebenszeit, so Ingenhoven, dauere das Projekt "einfach zu lange". Nach Meinung des Architekten hätte man Stuttgart 21 in zehn Jahren realisieren können. Alles, was länger gedauert habe, "hat doch nichts mit normalem Planen und Bauen zu tun".

Christoph Ingenhoven
DPA

Christoph Ingenhoven

Gerade sind neue Kostensteigerungen bekannt geworden, eine Summe von 7,9 Milliarden wurde öffentlich. Ingenhoven dagegen sagt: "Zehn Milliarden Euro sind es doch längst, wenn Sie alle Bahnstrecken hinzunehmen." Und eine endgültige Prognose sei schwer, immer noch: "Sie können keine Garantie übernehmen, das hätten Sie auch nicht bei den Kosten für die Wiedervereinigung gekonnt."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

one/uk/sby

insgesamt 89 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
besucher-12345 15.12.2017
1. Die Erlöse steigen sicherlich auch
Die oberirfischen Grundstücke, die z.Zt. von der Bahn genutzt werden, kõnnen später ja verkauft werden. Wie hat sich denn deren Wert entwickelt?
derhey 15.12.2017
2. Kosten
sei´s drum, ist halt so. Was aber kaum zur Sprache kommt ist, daß der neue Bahnhof weniger leistungsfähig ist als der alte und UNSICHERER. Man bekommt also für das viele viele Geld weniger als das abgerissene alte.. Wenn es wenigstens nützlich wäre ist aber halt auch nicht. Mal ganz abgesehen von den Folgekosten!
realist4 15.12.2017
3. Und wenn schon
Für Stuttgart ist dieses Bauwerk ein Segen, es wird nicht mehr von vielen Schienensträngen durchschnitten was die Lebensqualität durch Reduzierung von Lärm, Feinstaub, Co2 etc. auf viele Jahre verbessert, ganz zu Schweigen dass die Stadt auch noch schöner wird. Da ist es mir doch lieber, wenn unser Geld in Infrastruktur angelegt wird, als es auf andere Art und Weise zu verpulvern. Und wenn die Grünen wegen der Kosten laut schreien, sollten sie auch mal reflektiern zu welchen Zusatzkosten sie selbst maßgeblich beigetragen haben.
ogg00 15.12.2017
4. I hate to say I told you so!
Hier mann wirklich NIEMAND mehr überrascht tun: Vom ersten Tag an war doch klar, dass die Zahlen nur geraten waren, um den Widerstand gegen so ein schädliches Prestigeprojekt klein zu halten. 11Mrd wurden von den Gegnern damals schon genannt und sind vermutlich noch zu optimistisch. Wenn dann später noch das Geheule dazu kommt, dass die Kapazität nicht mehr ausreicht...
gruebi01 15.12.2017
5. Da kann man nichts machen, das ist halt so.
Bahnhof unter die Erde verlegen, Beitrittsgebiet plus dessen Bewohner integrieren, einen Flughafen bauen - das sind so Dinge, da steckt man nicht drin, das kann dauern und was das kosten wird, kann man schlecht schätzen, wird wohl etwas teurer als man geglaubt hat - da kann man nichts machen. Schade nur, dass man über die Bauzeit graue Haare bekommen hat - wegen des Alters natürlich nur.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.