Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Subventionen: US-Autokonzerne fordern 50 Milliarden an Kredithilfe

Amerikas Autobauer rufen nach staatlicher Unterstützung: General Motors, Ford und Chrysler fordern angesichts sich auftürmender Verluste günstige Kredite in Milliardenhöhe. Das Geld wollen die Konzerne in die Entwicklung von spritsparenden Fahrzeugen investieren.

New York - Die US-Autoindustrie kommt nicht aus der Krise. Jetzt soll die Regierung in Washington helfen. General Motors (GM) Chart zeigen, Ford Chart zeigen und Chrysler erhoffen sich laut US-Medien zinsgünstige Kredite von bis zu 50 Milliarden Dollar. Das Geld sei allein für den Forschungsetat gedacht. Es gilt, die Sünden der Vergangenheit zu tilgen. Über Jahre hinweg haben die sogenannten Big Three es nicht für nötig befunden, kleinere und sparsame Autos zu entwickeln und zu bauen.

General Motors' Hoffnungsträger Volt: Zeichen der Zeit zu spät erkannt
AP

General Motors' Hoffnungsträger Volt: Zeichen der Zeit zu spät erkannt

Das rächt sich jetzt. Die Hersteller leiden besonders unter der steilen Talfahrt des US-Automarkts und haben kaum Modelle im Programm, die derzeit gefragt sind. Darüber hinaus erwarten Experten für den August erneut einen schweren Einbruch der Verkaufszahlen bei den US-Autobauern, wie das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet.

Noch im vergangenen Jahr war ein Hilfsprogramm für die Automobilbranche im Kongress gescheitert. Das "Advanced Technology Vehicles Manufacturing Incentive Program" sah Kredite von bis zu 25 Milliarden Dollar für die US-Automobilhersteller vor.

Diesmal soll es nach dem Willen der Unternehmen besser laufen. "Der Kongress hat dieses Programm entworfen, und wir hoffen sehr, dass er es jetzt startet, um uns bei der Produktion technologisch anspruchsvollerer Fahrzeuge zu helfen", sagte Ford-Sprecher Mike Moran dem "WSJ".

Die nun benötigte Summe an staatlich garantierten Krediten gehe weit über den besagten Betrag hinaus, sagte ein GM-Sprecher dem Blatt. "Die Zeit drängt wirklich, da ohne Kapital zu vernünftigen Zinsen der erreichte Fortschritt bei den neuen Autos zum Stillstand kommen könnte", sagte der GM-Sprecher dem "WSJ". Allein der Opel-Mutterkonzern GM und Ford verzeichnete im vergangenen zweiten Quartal Verluste von zusammen mehr als 24 Milliarden Dollar. Beide hatten jüngst sogar Insolvenzgerüchte dementieren müssen.

Die beiden Präsidentschaftsbewerber Barack Obama und John McCain signalisierten grundsätzliche Unterstützung für Finanzhilfen. Staatliche Bürgschaften würden die Zinsen für Darlehen bedeutend verringern. Mit der Materie vertraute Personen schätzen laut "WSJ", dass die Zinsen in diesem Fall nur etwa die Hälfte der am Kapitalmarkt üblichen Zinsen ausmachen würden. Auch die Risikozuschläge für die angeschlagenen Autokonzerne würden entfallen.

Angesichts der Kreditkrise und Spritpreise in Rekordhöhe steuert der US-Automarkt weiter auf ein 15-Jahres-Tief zu. Der Marktforscher J. D. Powers rechne für den August mit etwa 1,21 Millionen verkauften Wagen, was auf das Gesamtjahr hochgerechnet und saisonal bereinigt 13,4 Millionen Stück entspräche. Im ebenfalls bereits rückläufigen Vorjahr hatte die Branche noch 16,2 Millionen Autos verkauft.

mik/dpa-AFX/Dow Jones

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: