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01. Mai 2008, 11:33 Uhr

Südostasien

Tausende demonstrieren gegen hohe Lebensmittelpreise

Neue Hungerproteste in Südostasien: In Indonesien und Thailand sind Tausende Menschen wegen der weltweiten Nahrungsmittelkrise auf die Straße gegangen. Die Forderung der Demonstranten: "Mehr Geld für Arbeiter und Bauern".

Bangkok/Jakarta - Es blieb friedlich, doch das Signal war eindeutig: In Südostasien standen die Demonstrationen zum Tag der Arbeit ganz im Zeichen der Nahrungsmittelkrise. Tausende Menschen gingen am Donnerstag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta auf die Straße. Sie trugen Plakate mit der Aufschrift "Senkt die Lebensmittelpreise jetzt" und "Mehr Geld für Arbeiter und Bauern".

Essen werde immer teurer, "wir wollen, dass die Ölpreise sinken", forderte Yuningsih, der in einer Tuchfabrik arbeitet. "Steigen die Lebensmittelpreise weiter, müssen wir wohl weniger essen", sagte Fabrikarbeiterin Lia. Die Polizei rechnete im Tagesverlauf mit mehr als 40.000 Demonstranten. Sie war mit einem Großaufgebot vor Ort.

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok forderten Tausende Demonstranten einen höheren Mindestlohn von rund 230 Baht (knapp fünf Euro) pro Tag. Dafür protestierten in den Mittagsstunden knapp 2000 Arbeiter verschiedener Industriezweige vor dem Sitz der Regierung. "Hohe Reispreise - niedrige Arbeiterlöhne" und "Wie können Arbeiter leben?" stand auf ihren Plakaten.

Die Demonstranten riefen die Regierung gleichzeitig auf, die Privatisierung staatlicher Firmen zu stoppen und stattdessen die Rechte der Arbeiter sowie deren Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. In Bangkok verdienen die meisten Arbeiter weniger als 200 Baht pro Tag, die Menschen in den thailändischen Provinzen weit weniger.

Gegen die Preiserhöhungen bei Grundnahrungsmitteln hatten in den vergangenen Wochen vor allem in Asien und Afrika Menschen teils gewaltsam protestiert. Als Hauptgründe für die Preisexplosion gelten die steigenden Energiekosten und die hohen Preise für Düngemittel, aber auch Spekulationen an den Finanzmärkten.

wal/AFP

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